Mar­cell Heinrich

Geben wir unse­rem Nach­wuchs
Wur­zeln & Flügel!

Auf­klä­rung: Home­Schoo­ling-Noten ungültig

Befrei­ung aus der Angst vor HomeSchooling-Noten 

Lese­zeit: 10:00 Min.

Coro­na Schul­schlie­ßun­gen. Zuerst Shut­down, jetzt Teil­zeit­schu­le. Unser Land war auf eine der­art flä­chen­de­cken­de Ein­schrän­kung des Schul­be­triebs nicht vor­be­rei­tet. Eini­ge Kin­der schaf­fen die Schul­auf­ga­ben zuhau­se nicht. Stress ent­steht in Fami­li­en in der Sor­ge, dass die zuhau­se erbrach­ten Leis­tun­gen der Schü­ler beno­tet wer­den sol­len. Zur Hei­lung der Ver­un­si­che­rung soll die­ser Arti­kel beitragen …

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“Die recht­li­che Sicht”

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Teil­zeit-Schu­le nach dem Shut­down. Auf­grund der Coro­na­kri­se arbei­ten die Schu­len in Deutsch­land nach wie vor ein­ge­schränkt. Kul­tus­mi­nis­ter, Schul­lei­ter, Leh­rern und Eltern ste­hen vor völ­lig neu­en Auf­ga­ben. An Grund­schu­len ist sogar die Schul­pflicht ausgesetzt.

Ich sage es bereits in mei­nen Vor­trä­gen: Unser Land war auf eine flä­chen­de­cken­de Ein­schrän­kung des Schul­be­triebs nicht vor­be­rei­tet. Auf­grund der Not­stands­si­tua­ti­on fin­det die Aus­bil­dung unse­rer Kin­der der­zeit in einem rechts­frei­en Raum statt. So etwas hat es hier­zu­lan­de noch nie gege­ben. Dafür bestehen auch kei­ne Blau­pau­sen, Leit­fä­den oder Vor­ga­ben. Schü­ler*, Eltern, Leh­rer und die Mit­ar­bei­ter und Ent­schei­der der Kul­tus­be­hör­den müs­sen jetzt wohl­wol­lend mit­ein­an­der impro­vi­sie­ren.  Dazu braucht es Augen­hö­he und gegen­sei­ti­ge Akzep­tanz. Dort, wo dies gewohn­heits­mä­ßig fehlt oder ver­se­hent­lich abhan­den gekom­men ist, gesche­hen Din­ge, die den Fami­li­en und ihren Kin­dern ganz und gar nicht gut tun. 

*wenn nicht expli­zit aus­ge­schlos­sen, sind in allen Bei­trä­gen die­ser Web­site stets alle Geschlech­ter gemeint. 

Um dies abzu­wen­den, um Augen­hö­he und Akzep­tanz dort her­zu­stel­len, wo sie gera­de drin­gend benö­tigt wird, schrei­be ich die­sen Bei­trag. Die­ser Arti­kel soll jene Kin­der und Jugend­li­chen schüt­zen, die aktu­ell unter der Situa­ti­on zu lei­den haben. Ich möch­te ihnen und ihren Fami­li­en Kraft geben, ihnen Mut machen und Impul­se zur Ent­span­nung geben. Der Arti­kel soll Schü­lern und ihren Eltern hel­fen, sich vom Noten­druck zu befrei­en, gesund und bei guter Stim­mung zu blei­ben in die­ser schwie­ri­gen Zeit. 

Und er soll Leh­rer und Schul­lei­ter ermu­ti­gen, die  Fami­li­en aus ihrem häus­li­chen Druck zu befrei­en. In zwei­ter Instanz möch­te ich damit auch allen Leh­rern und Schul­lei­tern Klar­heit geben, die sich von den Schul­schlie­ßun­gen über­rum­pelt und von der Kul­tus­ad­mi­nis­tra­ti­on mit der Bewäl­ti­gung der Lage mit­un­ter im Stich gelas­sen fühlen. 

Letz­te­re möch­te ich, bei allem Ver­ständ­nis für die Neu­heit der Her­aus­for­de­rung, mit die­sem Arti­kel zur Ver­ant­wor­tung rufen und den dort täti­gen Ent­schei­dern auf­zei­gen, wo Abhil­fe gesche­hen soll­te. Je nach dem, wie kurz oder lang die­ser Zustand andau­ern wird, soll die­ser Arti­kel sie anre­gen, ver­nünf­tig und prag­ma­tisch das zu tun, was den gesell­schaft­li­chen Stress­pe­gel senkt und auch ihnen selbst nach Coro­na das Leben leich­ter macht. 

Mein Anlie­gen bei die­ser Bemü­hung ist es, dass sich alle fünf Grup­pen (Schü­ler, Eltern, Leh­rer, Schul­lei­ter, Kul­tus­ent­schei­der) in die­ser schwie­ri­gen Zeit gegen­sei­tig unter­stüt­zen — soli­da­risch und acht­sam, mit einem Blick für die Lage der ande­ren Betei­lig­ten. Und für­sorg­lich für das schwächs­te Glied in die­ser Kette. 

Wor­um es nicht geht

Die­ser Arti­kel dient nicht der Eröff­nung irgend­wel­cher Gra­ben­kämp­fe. Fein­des­li­ni­en brin­gen uns in die­sen Zei­ten nicht wei­ter. Ich selbst emp­fin­de gro­ße Wert­schät­zung für den Leh­rer­be­ruf. Ich wir­ke seit zehn Jah­ren ver­trau­ens­voll mit Leh­rern und Schul­lei­tern zusam­men und ken­ne die Her­aus­for­de­run­gen des Schul­be­trie­bes. Schu­len hal­te ich für essen­zi­el­le Ein­rich­tun­gen. Sie sind loka­le Instan­zen zur Erhal­tung unse­rer Demo­kra­tie. Auch mit Kul­tus­be­am­ten und dem ein oder ande­ren Kul­tus­mi­nis­ter pfle­ge ich guten Umgang. 

Ich ken­ne also das Metier und weiß, wovon ich rede. Gera­de die­se Kennt­nis jedoch ist es, die mich nicht still­sit­zen lässt, wenn ich unge­wöhn­lich gro­ße Miss­stän­de wahr­neh­me, die zwi­schen all die­sen Grup­pen ent­ste­hen. Ich kann vor allem dann nicht still­sit­zen, wenn die­se Misstän­de auf dem Rücken der Kin­der und ihrer Fami­li­en lasten. 

Also, lie­be Leh­rer und Schul­lei­ter, die wir uns stän­dig begeg­nen, lie­be Refe­ren­ten beim Kul­tus, lie­be Staats­mi­nis­ter: ich schüt­ze die Jüngs­ten, denn sie lie­gen mir genau­so am Her­zen, wie vie­len von Ihnen. Des­halb ver­öf­fent­li­che ich die­sen Bei­trag. Ich bemü­he mich dabei, ihn so zu schrei­ben, dass Sie alle davon einen Erkennt­nis­ge­winn haben. 

Was gera­de schief läuft

Leh­rer tun ihr Bes­tes um Schü­ler wei­ter­hin aus der Fer­ne zu unter­rich­ten. Kaum kön­nen Schu­len aber tat­säch­lich einen Fern­un­ter­richt durch Fach­per­so­nal gewähr­leis­ten. Der wohl­klin­gend benann­te „Fern­un­ter­richt“ äußert sich im wah­ren Leben in der Zumu­tung an die Eltern­häu­ser, in irgend­ei­ner Form Ersatz­leh­rer zu spielen. 

Eini­gen Eltern gelingt das gut. Sie sind durch die Coro­na­kri­se nicht von Exis­tenz­ängs­ten betrof­fen und haben auch kei­ne betreu­ungs­in­ten­si­ven Geschwis­ter zuhau­se. Dem Beschu­len ihrer Kin­der kön­nen sie sich dann in aller Ruhe wid­men, sie anspor­nen und unter­rich­ten. Auch ein gewis­ser Anteil der Schü­ler scheint vor allem mit wie­der­ho­len­den und ver­tie­fen­den Auf­ga­ben gut zurecht zu kom­men. Eini­ge haben sogar ihre hel­le Freu­de am Schul­stoff und ler­nen zuhau­se am Com­pu­ter sogar flin­ker als sonst im Klas­sen­zim­mer. Über Chat­räu­me erle­di­gen sie sogar vie­le Auf­ga­ben gemein­sam mit Ande­ren. Wunderbar.

In vie­len Fami­li­en sieht es aller­dings ganz anders aus. Eini­ge Leh­rer und Schul­lei­ter nut­zen die Noten-Ankün­di­gung als rei­nes Druck­mit­tel, damit Schü­ler ihre Auf­ga­ben ernst neh­men. Sowohl wie­der­ho­len­de Auf­ga­ben, als auch selb­stän­dig neu erar­bei­te­ter „Stoff“ soll beno­tet werden. 

In mei­nem Arti­kel Schluss mit dem Home­Schoo­ling-Stress schil­der­te ich die Über­for­de­rung vie­ler Kin­der, Jugend­li­cher und ihrer Eltern, die die­ses Sze­na­rio erzeugt. Ein gesund­heits­ge­fähr­den­der psy­chi­scher Stress ent­steht tat­säch­lich in Fami­li­en, wenn nun ange­kün­digt wird, dass die zu erbrin­gen­den Leis­tun­gen der Schü­ler ver­pflich­tend sei­en und trotz augen­schein­lich aus­ge­setz­ter Schul­pflicht sogar beno­tet wer­den dür­fen. Eltern fürch­ten mas­si­ve Ver­set­zungs­ge­fähr­dung ihrer Kin­der am Ende des Schul­jah­res und wis­sen weder, wie sie all dem Schul­stoff, noch die­ser emp­fun­de­nen Unge­rech­tig­keit Herr wer­den sol­len. Schul­lei­ter tru­gen mir sogar zu, dass der elter­li­che Ver­such, das Home­Schoo­ling ihrer Kin­der best­mög­lich zu bewäl­ti­gen, in der ohne­hin ange­spann­ten Fami­li­en­si­tua­ti­on zum Aus­bruch häus­li­cher Gewalt führe. 

Mit die­sen Äuße­run­gen zur Beno­tung ver­sto­ßen die Schu­len jedoch gegen das Gesetz. Eltern brau­chen das nicht hin­zu­neh­men. Die­ser Arti­kel erklärt, was Sie tun können. 

Appell zur Güte

Zunächst ein Appell an gestress­te und zor­ni­ge Eltern: Ver­ur­tei­lun­gen und Schuld­zu­wei­sun­gen sind fehl am Platz. Leh­rer sind oft selbst Eltern. Auch ihre Kin­der haben daheim Auf­ga­ben bekom­men. Sie ken­nen die Situa­ti­on. Zwar sind sie, anders als alle sons­ti­gen Eltern, didak­tisch geschult und schüt­teln ein gelin­gen­des Home­Schoo­ling mit­un­ter locker­leicht aus dem Ärmel. Auch haben sie ein rela­tiv kri­sen­si­che­res Ein­kom­men und ten­den­zi­ell gerin­ge­re Exis­tenz­ängs­te aus­zu­ste­hen als vie­le Eltern in ande­ren Berufs­grup­pen. Den­noch sehen vie­le Leh­rer durch­aus ein, dass das Home­Schoo­ling wäh­rend Coro­na in vie­len Fami­li­en kein leich­tes Unter­fan­gen ist. Vie­le wol­len gar nicht beno­ten, obwohl ihnen gesagt wur­de, dass sie es dürften.

Und zur Güte mit allen, die es doch tun: Unse­re Leh­rer kün­di­gen mög­li­che Beno­tun­gen der, im „Fern­un­ter­richt“ erbrach­ten, Leis­tun­gen nicht an, um Schü­lern und ihren Eltern Stress zuzu­fü­gen. Son­dern ein­fach des­halb, weil sie ihren Dienst­auf­trag gut erfül­len wol­len. Irgend­wie ver­su­chen sie, den Laden am Lau­fen zu halten.

Und der besagt nun mal, dass sie auf irgend­ei­nem Wege Noten gene­rie­ren sol­len. Und hier lässt die Kul­tus-Admi­nis­tra­ti­on die Leh­rer in eini­gen Län­dern allein. Was wäre, wenn es ihnen nicht gelän­ge, trotz Schul­schlie­ßun­gen Noten zu gene­rie­ren? Wie soll­ten Zeug­nis­se erteilt wer­den? Wie könn­te man Schü­ler in die nächs­te Klas­sen­stu­fe ver­set­zen? Dann gerie­te auf­grund der Coro­na­kri­se schließ­lich die gan­ze Schul­struk­tur aus den Fugen.

Ver­ständ­li­cher­wei­se tun Leh­rer nun das Nahe­lie­gen­de: sie beru­fen sich auf ihre Erlaub­nis zur Bewer­tung der Leis­tun­gen aus dem Fern­un­ter­richt. Man hofft, dass sich die Eltern­häu­ser nicht beschwe­ren wer­den. Und in frü­he­ren Zei­ten mit einer weni­ger auf­ge­klär­ten und schlech­ter ver­netz­ten Zivil­ge­sell­schaft, hät­te das ver­mut­lich auch wun­der­bar geklappt.

Impul­se für Schüler 

Euch ohne oder mit wenig Unter­richt zu beno­ten, wäre unge­recht und falsch. Außer­dem ver­stößt es gegen das Gesetz. Eure Leh­rer wis­sen das viel­leicht nur noch nicht. Sie machen das nicht um Euch zu ärgern, son­dern weil es ihnen so gesagt wur­de. Die Lage ist für uns alle neu. Macht jetzt den Mund auf. Sagt Euern Eltern und Euern Leh­rern, ob und wie Ihr mit den Auf­ga­ben zuhau­se zurecht kommt. Zeigt guten Wil­len, aber lasst Euch nicht unter Druck set­zen. Bit­tet die Leh­rer auf die Beno­tung zu ver­zich­ten, wenn sie Euch unter Druck setzt. Bit­tet Eure Eltern um Schutz, falls den­noch beno­tet wird. Und was auch immer dabei her­aus­kommt, seid Euch sicher: ihr seid nicht Eure Noten. 

Impul­se für Eltern 

Bit­te bewahrt Ruhe. Ent­spannt zuhau­se die Lage. Ihr braucht nicht Ersatz­leh­rer zu spie­len. Wenn Eure Kin­der die Auf­ga­ben nicht sel­ber bewäl­ti­gen kön­nen, sagt es dem Leh­rer. Der sagt es dem Schul­lei­ter und der dem Kul­tus. Kul­tus wird han­del­te bereits, als sie erfuh­ren, wie vie­le Fami­li­en das betrifft. Mit­ein­an­der zu reden ist das Aller­wich­tigs­te. Teilt den Leh­rern mit, wie die häus­li­che Situa­ti­on ist, wie es Euern Kin­dern geht, wie weit Ihr im Home­Schoo­lo­ing hel­fen könnt oder eben nicht. Und sagt ihnen, dass Ihr eine Beno­tung nicht akzep­tie­ren wer­det. (Zur Anfech­tung wei­ter unten…).

Eltern­spre­cher fra­gen die Lage am bes­ten in ihren Klas­sen ab und mel­den sie ein­mal gebün­delt an den Klas­sen­leh­rer. So erspart ihr ihm eine zu gro­ße Auf­ga­ben­flut, denn Euer Klas­sen­leh­rer ist ja par­al­lel auch noch Fach­leh­rer und erhält even­tu­ell gera­de bereits 80 E‑Mails pro Tag. Eltern­rä­te, bün­delt Euch in Stadt-und Lan­des­el­tern­rä­ten und sprecht in offe­nen Brie­fen Eure Kul­tus­mi­nis­ter an. Jetzt gehö­ren alle fünf Grup­pen an einen Tisch. Sor­ry, in einen VideoChat. 

Befreit Eure Kin­der vom Noten­druck. Ihre men­ta­le Gesund­heit ist wich­ti­ger als ihre aka­de­mi­schen Skills. Sagt ihnen, dass sie nicht zwin­gend jede Auf­ga­be erle­di­gen müs­sen. Sagt ihnen zu, dass sie nicht ver­set­zungs­ge­fähr­det wer­den durch die Home­Schoo­ling-Pha­se. Ladet sie ein, selbst mit ihren Leh­rern zu spre­chen. Garan­tiert ihnen Euern Schutz durch Anfech­tung unrecht­mä­ßig zustan­de gekom­me­ner Zeug­nis­se. Ihr braucht Eure Kin­der auch nicht zur Erle­di­gung ihrer Schul­auf­ga­ben zu zwin­gen. Ich könnt sie anre­gen, aber wenn das nicht klappt, dann ist das okay. Sie dür­fen dafür nicht per Note „bestraft“ wer­den. Mehr dazu im Absatz über die Rechtslage. 

Impul­se für Lehrer

Ich weiß, Ihr liebt Euer Fach. Aber es geht jetzt nicht um die Inhal­te. Es geht jetzt um die Kin­der. Und die sit­zen gera­de seit Wochen zuhau­se, dür­fen nicht in die Zoos, Schwimm­bä­der oder sonst­wo hin und sie dür­fen ihre Freun­de nicht tref­fen. Sie dür­fen in die­ser schwie­ri­gen Situa­ti­on auch mal fau­len­zen. Sicher kom­men sie dabei auch irgend­wann auf wun­der­ba­re eige­ne Ideen. Ihr habt dann kei­nes­falls versagt. 

Fragt aktiv bei Euern Eltern­spre­chern nach, wie es den Fami­li­en in den Klas­sen geht. Bie­tet am bes­ten auch begrenz­te Tele­fon­zei­ten an, in denen Ihr direkt erreich­bar seid oder Rück­ru­fe tätigt. 

Schickt Eure Auf­ga­ben tage­wei­se und auf nur einem ein­zi­gen Kanal, nicht im Bün­del und nicht über ver­schie­de­ne. So kön­nen die Schü­ler sich bes­ser organisieren.

Nur weil Ihr augen­schein­lich beno­ten dürft, müsst ihr es nicht tun. Das täte Eurer Berufs­grup­pe übri­gens auch gar nicht gut. Stellt Euch nur ein­mal vor, ihr kämt mit den Beno­tun­gen wei­test­ge­hend durch, die Noten fie­len sogar rela­tiv gut aus, so dass sich Weni­ge beschwe­ren. Was sag­te das denn über die Bedeu­tung Eurer Berufs­grup­pe aus? 

Sind Leh­rer dann über­haupt wirk­lich noch not­wen­dig? Ist das Lehr­amts­stu­di­um mög­li­cher­wei­se doch nicht so viel wert, wie behaup­tet? Ist die Anwe­sen­heits­pflicht für Schü­ler im Klas­sen­zim­mer über­haupt noch not­wen­dig? Ganz Deutsch­land hat doch gese­hen, dass es auch irgend­wie ohne dies alles geht. Mit etwas Opti­mie­rung und sta­bi­len Ser­vern, lie­fe das dann bald auch stress­frei ab. Wozu bräuch­te es all die­se alten Struk­tu­ren dann noch? 

Ganz ehr­lich: Pfeift im Not­stand mal auf die Noten­ge­bung. Ihr seid als Leh­rer so viel mehr, als Selek­tie­rer. Ihr seid Anre­ger, Aus­bil­der, Rat­ge­ber, Spar­rings­part­ner und eini­ge von Euch sind sogar per­sön­li­che Bezugs­per­so­nen. Seid ohne Druck für Eure Schü­ler da. Führt ech­te Gesprä­che: jetzt geht es um Bezie­hung, nicht um Anwei­sun­gen! Nie­mand wird Euch danach ankrei­den, ihr hät­tet Euch nicht gekümmert. 

Schön und gut. Aber wie geht es danach weiter? 

Wenn die Schu­len wie­der öff­nen, ver­bleibt Euch wahr­schein­lich nur noch wenig Zeit im Rest­schul­jahr, um zu den rest­li­chen Noten zu gelan­gen. Hier könnt Ihr Euch ent­span­nen. Den Lehr­plan schafft Ihr ohne­hin nicht mehr. Eini­ge Kul­tus­mi­nis­ter haben das bereits offi­zi­ell gebil­ligt. In den fol­gen­den Schul­jah­ren wer­den den Schü­lern Gele­gen­hei­ten gefun­den, das Ver­pass­te auf­zu­ho­len. In den meis­ten Fächern genü­gen bereits drei Noten, um Zeug­nis­se ertei­len zu dür­fen. In der Klas­sen­kon­fe­renz könnt Ihr Coro­na-beding­te Abwei­chun­gen von der einst fest­ge­leg­ten Min­dest­an­zahl beschlie­ßen. Mit euern Schü­lern und deren Eltern, die noch­mal Gas geben wol­len, könnt Ihr schnel­le, indi­vi­du­el­le Lösun­gen ver­ein­ba­ren. Traut euch hier mutig zu sein, prag­ma­ti­sche Wege zu gehen. For­ma­te zur Noten­ge­win­nung kön­nen sein:

  • Grup­pen­ar­beit als Klas­sen­ar­beit bewerten
  • in Über­for­de­rungs­tests nur das beno­ten, was jemand gemacht hat und was er kann
  • Prä­sen­ta­tio­nen, Vor­trä­ge, Pla­ka­te benoten
  • Vide­os und Audi­os benoten

Impul­se für Schulleiter

Bit­te helft mit, den gesell­schaft­li­chen Stess­pe­gel zu sen­ken. Infor­miert Kul­tus dar­über, wie es Euern Fami­li­en zuhau­se ergeht. Beson­ders nach der Coro­na­zeit, gilt es wie­der Ord­nung her­zu­stel­len. Das braucht all Eure Kraft. Es braucht Ruhe, um den Laden wie­der zum Lau­fen zu brin­gen. Eure Kol­le­gi­en soll­ten daher jetzt kei­ne „Sit­zen­blei­ber“ und vor allem kei­ne spä­te­ren Zeug­nis-Anfech­tun­gen provozieren. 

Die­se wür­den Prä­ze­denz­fäl­le schaf­fen. Und damit stün­de Euer Schul­frie­den auf dem Spiel. Eine Anfech­tungs­wel­le könn­te die gan­zen Klas­sen­pla­nun­gen lahm­le­gen. Ratet Euerm Kol­le­gi­um daher von Beno­tun­gen ab. Mit einem gewis­sen Rest­ri­si­ko könn­tet Ihr auch die frei­wil­li­ge Beno­tung anbieten. 

Impul­se für die Kultusadministration

Lasst die Situa­ti­on der Schul­schlie­ßun­gen nicht zu einem Schlacht­feld wer­den. Macht sie zu einem Ent­wick­lungs­feld. For­dert die Schu­len auf, die Beno­tung in allen Schul­ar­ten und Klas­sen­stu­fen zu unter­las­sen. Hal­tet Euch an Eure eige­nen Geset­ze. Gera­de jetzt ist es ein ent­schei­den­des Vor­bild-Signal an alle Jugend­li­chen, dass Ihr Euch an die Schul­ge­set­ze hal­tet. Star­tet den offe­nen Dia­log um zu eva­lu­ie­ren.

Befragt Leh­rer, Schü­ler und ihre Fami­li­en, was in die­ser Zeit der Schul­schlie­ßung gut funk­tio­niert hat und was nicht. Die Erkennt­nis­se dar­aus kön­nen den gesam­ten Kul­tus­ap­pa­rat im Sin­ne guter schu­li­scher Aus­bil­dung vor­an­brin­gen. Zur glo­ba­len Bil­dungs­ko­ali­ti­on der UNESCO könnt Ihr die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se eben­falls bei­steu­ern. Men­schen wer­den dann sagen, Ihr habt das Bes­te aus der Situa­ti­on gemacht. 

Die Recht­li­che Sicht

Falls aller Dia­log nichts bringt und den­noch Coro­na-Noten erteilt wer­den, hier die fun­dier­te recht­li­che Betrach­tung. Ich habe mich dazu mit dem Rechts­an­walt Erik Jochem der Kanz­lei Poh­le Rechts­an­wäl­te in Leip­zig getrof­fen und die Situa­ti­on erörtert. 

Bewer­tung ist nicht Benotung

Vie­le Leh­rer kün­di­gen Bewer­tung der Home­Schoo­ling Auf­ga­ben an. Das bedeu­tet nicht, dass sie Noten ertei­len wer­den. Sie möch­ten den Schü­lern hin­ge­gen Rück­mel­dun­gen für ihre Leis­tun­gen geben. Leh­rer sind von den Kul­tus­be­hör­den ange­hal­ten, die­se Rück­mel­dun­gen wert­schät­zend und ermu­ti­gend zu for­mu­lie­ren sowie Hin­wei­se für wei­te­res Ler­nen zu geben. An Gym­na­si­en, Fach­ober­schu­len, beruf­li­chen Gym­na­si­en und wei­te­ren Schul­for­men erlau­ben die Kul­tus­be­hör­den eini­ger Län­der jedoch den­noch Noten für das Home­Schoo­ling zu erteilen. 

Beno­tung ist nicht zulässig

Die Coro­na-beding­ten Schul­schlie­ßun­gen sind eine noch nie dage­we­se­ne Situa­ti­on in Deutsch­land. Sie sind begrün­det auf dem Infek­ti­ons­schutz­ge­setz. Im Schul­recht der Län­der ist die der­zei­ti­ge Lage aller­dings nicht gere­gelt. Schu­le agiert daher aktu­ell in einer Pha­se der Impro­vi­sa­ti­on. Alle Ange­le­gen­hei­ten, für die es ein­fach kei­ne gesetz­li­chen Vor­ga­ben gibt, müs­sen in einem rechts­frei­en Raum nun von allen Betei­lig­ten nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen gestal­tet wer­den. Qua­si „frei­hän­dig“. Din­ge, die aber im Gesetz bereits klar gere­gelt sind, wer­den dadurch nicht außer Kraft gesetzt. Und dazu gehört eben die Sache mit der Benotung. 

Der Staat muss in Deutsch­land den Schul­un­ter­richt gewähr­leis­ten. Wenn das nun aktu­ell nicht geht, dann darf der Staat die Kin­der nicht ver­ant­wort­lich machen und wei­ter­hin Zukunfts­chan­cen selek­tie­ren. Wir haben es mit einer Not­stands­si­tua­ti­on zu tun. Es fin­det kei­ne Ver­mitt­lung an die Schü­ler statt, weil der Staat sie schlicht und ein­fach gera­de nicht gewähr­leis­ten kann. Es han­delt sich hier nicht um „Fern­un­ter­richt“, son­dern um kei­nen Unterricht. 

Der gern gebrauch­te Begriff des „Fern­un­ter­richts“ ist ein soge­nann­ter Ter­mi­nus Tech­ni­cus und zum Bei­spiel im Fern­un­ter­richts­schutz gere­gelt. Er wäre ein Äqui­va­lent zum nor­ma­len Schul­un­ter­richt mit Beno­tungs­mög­lich­keit. Der blo­ße E‑Mail- oder Tele­fon­kon­takt zwi­schen Leh­rer und Schü­ler kann jedoch nicht als Fern­un­ter­richt ein­ge­stuft wer­den. Nach § 38b SchulG (Sach­sen) ist E‑Learning — Unter­rich­tung über elek­tro­ni­sche Medi­en und/oder Lern- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men, ein Spe­ziel­fall des Fern­un­ter­richts — bis­lang nur auf­grund ent­spre­chen­der Beschlüs­se der Schul­kon­fe­renz, also unter Betei­li­gung der Eltern mög­lich (§ 43 SchulG). Soweit Pri­vat­schu­len E‑Learning unter Umge­hung von § 38b SchulG betrei­ben woll­ten, wäre das, soweit der Schul­ver­trag noch kei­ne ent­spre­chen­den Rege­lun­gen ent­hält, eine Ände­rung des Schul­ver­trags, die eben­falls nur ein­ver­ständ­lich mit den Eltern erfol­gen kann.

Die gebo­te­ne Eile der Schul­schlie­ßun­gen mach­te bei­de genann­ten Ver­fah­ren unmög­lich. Was nicht das bestehen­de Gesetz aus­he­belt — ein grund­sätz­li­cher Fakt in unse­rem Rechts­staat und beson­ders wich­tig in die­ser Zeit der Coro­na­kri­se. In der jet­zi­gen Situa­ti­on fin­det also gera­de kein Unter­richt statt. Es ist wich­tig, dass Eltern die­sen Unter­schied erkennen.

In der Schu­le fin­det kein Unter­richt statt, weil die Schu­len geschlos­sen sind. Und über elek­tro­ni­sche Medi­en fin­det kein Unter­richt statt, weil § 38a SchulG (Bei­spiel Sach­sen) dazu ein Kon­zept der Schul­kon­fe­renz ver­langt. Ohne ein sol­ches Kon­zept kann die Schu­le den Unter­richt nicht ein­sei­tig in die elek­tro­ni­schen Medi­en ver­la­gern – Leit­bild des Unter­richts ist nach wie vor der phy­si­sche Schulbesuch.

Im Übri­gen wider­sprä­che die Ver­la­ge­rung des “Unter­richts” in die elek­tro­ni­schen Medi­en ohne­hin der Anord­nung des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums, dass aktu­ell „unter­richts­freie“ Zeit besteht. Hier beißt sich recht­lich also die sinn­bild­li­che Kat­ze in den eige­nen Schwanz.

Der, aus der Fer­ne zuge­sand­te, Schul­stoff ist eine Not­stands­maß­nah­me ohne die ent­spre­chen­de Ver­mitt­lungs­leis­tung. Solan­ge die­se Not­stands­maß­nah­me nicht gesetz­lich ver­an­kert ist, darf hier nicht beno­tet wer­den. Des­halb sind der­zeit auch kei­ne Klas­sen­ar­bei­ten zuläs­sig. Schü­ler müs­sen grund­sätz­lich die Mög­lich­keit haben, durch eige­ne Mit­tel die Ver­set­zung zu errei­chen. Da dies der­zeit kei­nem Schü­ler mög­lich ist, ist auch kei­ne Noten­ge­bung mög­lich, die sei­ne Ver­set­zung gefähr­den könnte. 

Die Leis­tungs­be­wer­tung in der Schu­le unter­liegt in Deutsch­land detail­lier­ten recht­li­chen Vor­schrif­ten. Die Wege, auf denen Schul­no­ten zustan­de kom­men, müs­sen fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en genü­gen. Die­se fin­den sich in den ein­zel­nen Schul­ge­set­zen der Län­der und den zuge­hö­ri­gen Ver­ord­nun­gen. Die zuge­sand­ten Auf­ga­ben wäh­rend des Not­stands­pha­se zäh­len in den Bereich der Haus­auf­ga­ben. Und die­se dür­fen in fast allen Bun­des­län­dern regu­lär nicht beno­tet werden.

Ein­zel­ne Aus­nah­men sind mög­lich und kön­nen eine Klas­sen­ar­beit erset­zen, wenn: 

  • die Auf­ga­be auf Schul­stoff beruht, der bereits in der Schu­le ver­mit­telt wur­de und ledig­lich der Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung dient
  • die Beno­tung nicht ein­zel­ne Schü­ler, son­dern die gan­ze Klas­se betrifft
  • die Beno­tung vor­her ange­kün­digt wird

Dann, und nur dann, darf eine ein­zel­ne Haus­auf­ga­be aus­nahms­wei­se beno­tet wer­den. Es han­delt sich dabei um ganz abge­grenz­te Fäl­le, soge­nann­te sons­ti­ge Leis­tun­gen. Sie sind gere­gelt zum Bei­spiel im § 24 Abs. 1 Nr. 3, Schul­ord­nung Gym­na­si­en (Sach­sen). Dies darf nicht meh­re­re Male auf­ein­an­der­fol­gend, son­dern nur ver­ein­zelt erfol­gen. Wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen kann ein Fach­leh­rer also nur sehr ver­ein­zel­te Wie­der­ho­lungs- und Ver­tie­fungs­auf­ga­ben beno­ten. Mehr nicht. 

Die­se Vari­an­te ist außer­dem zeit­lich nur sehr begrenzt mög­lich. Laut § 28 Schul­ord­nung Gym­na­si­en (Sach­sen) müs­sen Haus­auf­ga­ben in inne­rem Zusam­men­hang mit dem Unter­richt ste­hen. Dar­aus folgt: Wenn über län­ge­re Zeit kein Unter­richt erfolgt, dann sind sogar auch kei­ne ein­zel­nen Haus­auf­ga­ben mehr benot­bar. Dau­ert die Schul­schlie­ßung also noch län­ger an, schwin­det auch die­se Opti­on dahin. 

Grund­sätz­lich gilt: von beno­te­ten Haus­auf­ga­ben darf nie­mals die Ver­set­zung des Schü­lers in die nächs­te Klas­sen­stu­fe abhän­gen. Eben­so unzu­läs­sig ist die weit ver­brei­te­te „Haus­auf­ga­ben-Sechs“ als Sank­ti­on einer Nicht-Erfül­lung. Beno­tung darf in Deutsch­land nie­mals als Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me miß­braucht werden. 

Jeg­li­che beno­te­te Leis­tung muss wei­ter­hin die Eigen­leis­tung des Schü­lers sein. Dies ist wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen nicht einschätzbar. 

Ob Schü­ler ver­pflich­tet wer­den dür­fen, sich der­zeit zuhau­se selb­stän­dig neu­en Schul­stoff zu erar­bei­ten, hängt vom Alter der Kin­der ab. Beno­tet wer­den darf auch dies aber in kei­nem Fall. Die Begrün­dung ist so sim­pel wie ein­leuch­tend. Im Schul­ge­setz gibt es nur die Formate: 

  • Unter­richt
  • Leis­tungs­nach­wei­se
  • Haus­auf­ga­ben

Die jetzt zuge­sand­ten “Lern­auf­ga­ben” (oder wie auch immer anders sie in den Län­dern beti­telt wer­den) sind eine gesetz­lich nicht gere­gel­te Mischung aus (Selbst-)unterricht und dar­auf bezo­ge­nen Haus­auf­ga­ben. In höhe­ren Klas­sen, ab Klas­se 10 min­des­tens ein­mal pro Schul­jahr, kann eine soge­nann­te kom­ple­xe Lern­leis­tung ver­langt wer­den, bei der sich Schü­ler Inhal­te selbst aus unter­schied­li­chen Quel­len erarbeiten. 

Der ein­zi­ge wei­te­re – aber gesetz­lich nicht gere­gel­te Fall – in dem sich Schü­ler Lern­stoff tat­säch­lich ein­mal selbst erar­bei­ten müs­sen, ist im Fall der Nach­ho­lung bei Erkran­kung. Das basiert dann aber indi­rekt auch auf statt­ge­fun­de­nem Unter­richt in Form von Mit­schrif­ten der Mit­schü­ler etc.. 

Fazit: Wenn es gene­rell im Gesetz das For­mat der der­zei­ti­gen „Lern­auf­ga­ben“ nicht gibt, dann ist das zwar ein groß­ar­ti­ges Ange­bot der Schu­len, die­se Inhal­te zur Ver­fü­gung zu stel­len und jede Schu­le soll­te dem auch gerecht wer­den. Sie kön­nen aber ohne Ein­ver­ständ­nis der Eltern auch nicht als sons­ti­ge Leis­tung beno­tet wer­den. Das ist jeden­falls die Posi­ti­ti­on, die Eltern ver­tre­ten müss­ten, wenn es bei einer Anfech­tung für die Ver­set­zung dar­auf ankommt. Noch mehr Rück­halt hier im Arti­kel des Anwalts, der mich bera­ten hat.

Die bes­te Lösung lau­tet jetzt: 

Frei­wil­li­ge Benotung.

Die Leh­rer ent­schei­den nun, ob sie Beno­tung aus­üben. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Eltern, Leh­rer und Kin­dern ist dann das ers­te Mit­tel der Wahl. Soll­te es dann tat­säch­lich zum Streit über die Noten kom­men, müs­sen spä­ter die Rich­ter dar­über ent­schei­den. Ent­schei­dend ist jetzt aber, dass die Eltern die Beschwer­de sofort bei der Schul­lei­tung kund­tun. Damit soll­ten sie nicht warten. 

Noten anfech­ten: so geht’s

Eine Anfech­tung für ein­fa­che Noten im Schul­jah­res­ver­lauf ist nicht mög­lich. Bei Noten­er­tei­lung im Schul­jahr soll­ten Eltern jedoch bereits  zur Doku­men­tie­rung schrift­lich anzei­gen, dass sie mit der Noten­ge­bung nicht ein­ver­stan­den sind. Die­se Ein­ga­be kommt dann in die Schul­ak­te und stellt bei spä­te­rer Anfech­tung eine Nach­voll­zieh­bar­keit her. Erst das Zeug­nis am Schul­jah­res­en­de ist dann in punk­to ver­set­zungs­re­le­van­ter Noten anfecht­bar. Dazu rei­chen Eltern einen form­lo­sen schrift­li­chen Wider­spruch bei der Schul­lei­tung ein. Einen Vor­druck zur Ein­ga­be in die Schul­ak­te fin­den Eltern unter Anga­be der E‑Mail-Adres­se hier zum kos­ten­frei­en Download:

PDF-Down­load:

“Ein­ga­be in die Schülerakte”

Mit Ein­tra­gen Dei­ner E‑Mail-Adres­se in mei­nen News­let­ter gelangst Du zum Down­load der kos­ten­frei­en PDF.

Mit offi­zi­el­len Aus­sa­gen, die zu Hau­se erle­dig­ten schu­li­schen Auf­ga­ben dürf­ten auch ohne statt­fin­den­den Unter­richt beno­tet wer­den, ver­sto­ßen die Kul­tus­be­hör­den also gegen bestehen­des Schul­recht. Der psy­chi­sche Druck, der damit zahl­rei­chen Fami­li­en zuge­mu­tet wird, ist gegen einen post-coro­na dro­hen­den Kol­laps des Schul­sys­tems abzu­wä­gen. Nach­voll­zieh­bar. Den­noch nicht zuläs­sig

Zur Selek­tier­funk­ti­on der Noten 

Die Bedin­gun­gen, unter denen Schü­ler ihre Auf­ga­ben zuhau­se bear­bei­ten, stim­men nicht annä­hernd über­ein. Das ist zwar weni­ger rechtlich‑, jedoch ethisch pro­ble­ma­tisch. Zur Ver­deut­li­chung vier Beispiele: 

Karl (13) bei­spiels­wei­se ist wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen gemein­sam mit sei­ner medi­ka­men­ten­süch­ti­gen Mut­ter und sei­ner andert­halb­jäh­ri­gen Schwes­ter auf 55 Qua­drat­me­ter eingepfercht. 

Um die Klei­ne küm­mert er sich wei­test­ge­hend selbst. Die Schu­le als Zufluchts­ort ist ihm nun weg­ge­bro­chen, wor­un­ter er sehr lei­det. Ihm fällt zuhau­se fast die Decke auf den Kopf und bei der Erle­di­gung sei­ner Eng­lisch-Arbeits­blät­ter bekommt er kei­ner­lei Hilfe. 

Mira (12) wohnt vier Stra­ßen wei­ter. Sie bear­bei­tet ihre Auf­ga­ben täg­lich auf der gro­ßen schö­nen Dach­ter­ras­se. Bei dem son­ni­gen Früh­lings­wet­ter bringt Papa ihr immer war­men Tee. Gemein­sam mit ihrer Mut­ti bas­telt sie für Eng­lisch eine Collage. 

Auch Zoe (13) von neben­an gibt ihr Bes­tes bei ihren Auf­ga­ben. Aber in Eng­lisch kommt sie allein ein­fach nicht zurecht. Mut­ti ackert der­zeit von zuhau­se aus fast rund um die Uhr, um ihre klei­ne Fir­ma zu ret­ten. Durch Coro­na steckt die­se näm­lich in erns­ten Schwie­rig­kei­ten – eine abso­lu­te Belas­tung für die gan­ze Fami­lie. Vater muss für das jün­ge­re Geschwis­ter­kind da sein und ist selbst kein Spra­chen-Ass. Für Zoes Fern­un­ter­richt bleibt hier zuhau­se wenig Auf­merk­sam­keit und Kraft. 

Die Fami­lie hat viel grö­ße­re Sor­gen. Online-Platt­for­men soll­ten Zoe eigent­lich hel­fen, aber irgend­wie funk­tio­nier­ten die heu­te nicht so recht. Die offi­zi­el­le Platt­form des Minis­te­ri­ums bricht unter den vie­len Zugrif­fen mehr­mals täg­lich zusam­men. Viel­leicht ist aber auch ein­fach das W‑Lan zuhau­se schwach, Zoe weiß es nicht so genau. 

Wie beno­ten die Leh­rer von Karl, Mira und Zoe nun deren Leis­tun­gen? Es liegt auf der Hand: die Leis­tungs­er­brin­gung der Schü­ler ist nicht ver­gleich­bar — noch weni­ger, als ohne­hin im regu­lä­ren Schul­be­trieb. Wer also soll eine Eins, wer eine Drei und wer eine Fünf bekom­men auf das, was er von zuhau­se aus abliefert?

Und was ist eigent­lich mit Paul (15)? Der Teen­ager hat puber­täts­be­dingt star­ke Stim­mungs­schwan­kun­gen. Er fühlt sich zuhau­se teil­wei­se rich­tig nie­der­ge­schla­gen und hat „gar kei­nen Bock“ auf sei­ne Schul­auf­ga­ben. Er sagt er „has­se Eng­lisch” und erle­digt ein­fach gar nichts von dem dicken Sta­pel, den sei­ne Eltern ihm wohl­wol­lend aus­ge­druckt haben. 

Mut­ter und Vater reden ihm täg­lich ins Gewis­sen, er möge doch etwas für die Schu­le tun. Sie geben sich wirk­lich gro­ße Mühe, ihn zum Arbei­ten zu bewe­gen. „Kei­ne Schul­pflicht“ ant­wor­tet Paul nur kühl. Die Eltern wer­den sau­er. Da der häus­li­che Dau­er­streit mitt­ler­wei­le die gan­ze Fami­lie belas­tet, las­sen die Eltern es irgend­wann gut sein. Sie erken­nen an, dass es ihrem Sohn aktu­ell nicht gut geht und geste­hen ihm eine Ver­schnauf­pau­se zu. 

Sie wis­sen auch, dass Zank und Streit zuhau­se in der Coro­na­zeit erst recht nicht zu gebrau­chen ist. Seit­her kehrt wie­der Frie­den ein. Paul betei­ligt sich wie­der an gemein­sa­men Mahl­zei­ten, seit er nicht mehr stän­dig ermahnt wird. Heu­te hilft er sei­nem Vater, ein Holz­re­gal für den Kel­ler zu zim­mern, damit dort mal wie­der Ord­nung rein­kommt. Paul hat Freu­de dar­an und tüf­telt kräf­tig mit. 

ABER: So klar hier auch die Unge­rech­tig­keit der Lage wird – gegen gel­ten­des Recht ver­stößt dar­an gar nichts. Schul­no­ten sind weder objek­tiv noch gerecht. Deutsch­land gehört schon lan­ge zu den Län­dern, in denen der Schul­erfolg am stärks­ten von der sozia­len Her­kunft anhängt. Das ist nichts Neu­es und inzwi­schen wis­sen­schaft­lich erwie­sen. Deut­li­cher denn je tritt nun in der Coro­na­kri­se ans Tages­licht, wie unge­recht Zukunfts­chan­cen in den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ver­teilt wer­den. Jetzt ist ein guter Zeit­punkt, unse­ren Kin­dern end­lich am eige­nen Bei­spiel zu erklä­ren, dass ihre Noten nichts mit ihrem Wert als Mensch zu tun haben. Eltern kön­nen Kin­dern nun bes­ser denn je hel­fen, ihr Selbst­wert­ge­fühl von ihren Schul­no­ten zu entkoppeln. 

Anfech­tung unzu­läs­si­ger Benotung 

Um ihren Sohn vor dem Sit­zen­blei­ben zu schüt­zen, wer­den die Eltern sämt­li­che gefähr­den­den Noten, die spä­ter für die “Lern­auf­ga­ben” erteilt wer­den, offi­zi­ell anfech­ten. Dabei wer­den sie nicht die ein­zi­gen Eltern sein. Eine regel­rech­ten Anfech­tungs­wel­le ist denk­bar. Und die­se Eltern wer­den Recht bekom­men. Die Nach­ba­rin von Pauls Fami­lie ist Anwäl­tin und nennt auf Anhieb gleich meh­re­re mög­li­che Anfech­tungs­grün­de für die unzu­läs­si­ge Bewertung: 

  • Leis­tungs­er­brin­gung nicht vergleichbar
  • Lern­stoff nicht fach­ge­recht unterrichtet
  • Haus­uf­ga­ben nicht benotbar
  • Leis­tungs­über­prü­fung nicht verhältnismäßig
  • … und so wei­ter und so fort

Dann benennt sie noch ein paar ein­schlä­gi­ge Para­gra­phen aus dem Schul­ge­setz ihres Lan­des und ver­si­chert Pauls Eltern, nöti­gen­falls an ihrer Sei­te zu stehen.

Es ist schon schwer genug 

Schau­en wir nun ein­mal genau auf die Lage, dann erken­nen wir: die Welt ist aus den Fugen gera­ten. Auch die Welt des Schul­sys­tems. Und weder Schü­ler, Eltern, Leh­rer, noch die Kul­tus­be­am­ten und ihre Vor­ge­setz­ten kön­nen etwas dafür. Um der Lage Herr zu wer­den, ver­sucht die Kul­tus-Admi­nis­tra­ti­on das Sys­tem best­mög­lich auf­recht zu erhal­ten. Sie gestat­tet ihren Leh­rern des­halb, die Auf­ga­ben wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen zu beno­ten. Alle hof­fen dabei, dass Eltern und Schü­ler dies so mitmachen.

Vie­le Schü­ler und ihre Fami­li­en sind aber in die­ser Zeit ganz ande­ren Her­aus­for­de­run­gen aus­ge­setzt. Auch ihre Struk­tu­ren sind zer­bro­chen. Vie­le Fami­li­en sind mit dem Home­Schoo­ling über­for­dert. Ange­sichts der heu­ti­gen Auf­ge­klärt­heit und Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten von Eltern­häu­sern, ist also mit der Anfech­tung vie­ler erteil­ter Noten im Nach­hin­ein zu rechnen.

Dabei bestehen die Kon­flikt­fron­ten dann nicht wirk­lich zwi­schen Eltern und Leh­rern, son­dern zwi­schen Eltern und der Kul­tus-Admi­nis­tra­ti­on. Aus­ge­tra­gen wird die­ser Kon­flikt lei­der vor­aus­sicht­lich auf dem Rücken der Leh­rer und ihrer Schü­ler. Da das vie­le Leh­rer jetzt schon kom­men sehen, machen sie kaum Gebrauch von der, in eini­gen Bun­des­län­dern ver­laut­bar­ten, Kann-Bestim­mung. Welche/r Leh­re­rIn möch­te sich denn schon nach Coro­na, wenn wie­der Sicher­heit und Nor­ma­li­tät her­ge­stellt wer­den will, mit der­ar­ti­gen Kon­flik­ten herumplagen? 

Jetzt geht es um Wichtigeres 

Scho­nen wir doch bit­te alle unse­re Ner­ven. Die Lage ist ohne­hin schon schwer genug. Es braucht jetzt Lösun­gen, die kom­plett los­las­sen von dem, was ein­mal war. Der Ver­such, die alten Struk­tu­ren zu wah­ren, kos­tet uns zu viel Kraft. Natür­lich müs­sen für Absol­ven­ten stich­hal­ti­ge Lösun­gen gefun­den wer­den. Aber müs­sen wir denn wirk­lich alle Schü­ler jetzt beno­ten? Und muss jetzt wirk­lich noch „der Stoff geschafft“ werden? 

Ist denn nicht ein ganz ande­rer Lern­ef­fekt für die Schü­ler die­ser Gene­ra­ti­on ent­schei­dend? So vie­les gilt es jetzt auf­zu­ar­bei­ten, über­haupt erst ein­mal zu verstehen. 

Damit könn­ten Leh­rer und ihre Schul­klas­sen in der ver­blei­ben­den Schul­zeit begin­nen. Wer könn­te das bes­ser als sie? 

Die­ses Ereig­nis der Mensch­heit mit­er­lebt zu haben, wird das Leben die­ser Kin­der und Jugend­li­chen nach­hal­ti­ger prä­gen, als das Zeug­nis, wel­ches in die­sem Schul­jahr aus­ge­stellt wird.

Vor die­sem Hin­ter­grund öff­nen wir uns doch für Ideen außer­halb der alten Struk­tu­ren. Bestimmt las­sen sich in der Admi­nis­tra­ti­on auch ver­nünf­ti­ge Lösun­gen fin­den, die nicht auf dem Rücken der Fami­li­en und Leh­rer lasten.

Gemein­sam improvisieren 

Durch güt­li­che Eini­gung müs­sen Lösun­gen für alle Betei­lig­ten gefun­den wer­den. Zuerst für die Kin­der. Die­se Lösun­gen müs­sen daher maxi­mal ent­las­tend für die Fami­li­en sein. Leh­rer wer­den Lösun­gen fin­den, den­noch Zeug­nis­se aus­zu­stel­len. Dabei soll­te Kul­tus sie mit kon­kre­ten Lösungs­an­sät­zen unterstützen.

Damit den Leh­rern und Schul­lei­tern bei der Ertei­lung der Zeug­nis­se mög­lichst kei­ne Eltern ‘aufs Dach stei­gen’, die Zeug­nis­se anfech­ten, damit Schul­lei­tun­gen die Klas­sen­zu­sam­men­stel­lun­gen für das kom­men­de Schul­jahr ver­läss­lich pla­nen kön­nen, muss auf die Beno­tung gänz­lich ver­zich­tet wer­den. Ich lade alle Kul­tus­mi­nis­ter ein, dies ihren Schul­lei­tern und Leh­rern zu sagen. Davon abge­se­hen kann natür­lich auch jeder Leh­rer selbst auf die Beno­tung ver­zich­ten. Es geht dar­um, uns gegen­sei­tig in die­ser Pha­se zu unter­stüt­zen — auf die mensch­lichs­te mög­li­che Art und Weise.

Alles Gute für die Zukunft. Bis bald. 

Ihr

Mar­cell Heinrich

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72 Kommentare zu
Auf­klä­rung: Home­Schoo­ling-Noten ungültig

  1. Angela sagt:

    Hal­lo, der Arti­kel ist ja nun schon älter daher die Fra­ge ‚wie ist es momen­tan? Zwei kon­kre­te Fra­gen: Die ers­te Arbeit unse­rer Toch­ter in der zwei­ten Klas­se war zu 100 % Stoff aus 20 Wochen Lockdown/Homeschoolingzeit der 1. Klas­se. Darf die­se Arbeit /der Lern­stoff nun ein Schul­jahr spä­ter beno­tet wer­den? Was ist mit der Beno­tung momen­tan, wo die Prä­senz­pflicht aus­ge­setzt ist und es die Ent­schei­dung der Eltern ist? Dür­fen auch der Lern­in­hal­te nicht beno­tet werden?
    Vie­len Dank.

  2. Susanne P. sagt:

    Lie­ber Marcel,
    als ich heu­te Abend auf der Suche nach aktu­el­len Ent­schei­dun­gen zu “zen­sie­ren im home­schoo­linng grund­schu­len in sach­sen” war, stieß ich auf dei­ne Sei­te, sah dein Bild und war in Gedan­ken sofort in M. wäh­rend unse­rer Studiumszeit.
    Wie schön zu lesen was du treibst und in wel­cher sym­pa­ti­schen Weise.
    Passt zu dem Mar­cel den ich damals ken­nen­ge­lernt habe. 🙂
    Nun grüßt dich also aus Dres­den, inzwi­schen mit zwei Jungs im Grund­schul­al­ter und aktu­ell wie­der im Home­schoo­ling, die Suse P. … und wünscht dir alles Gute und Gesund­heit … mach wei­ter, hab Spaß bei dei­nem Tun und vie­le Denk­an­stö­ße geben­de Momen­te dabei

  3. Elisabeth P. sagt:

    Hal­lo Herr Heinrich,

    Schul­recht ist Län­der­recht, was ist die recht­li­che Grund­la­ge für ande­re Bun­des­län­der? Sind auch im Rest der Repu­blik die Noten ungültig?

    Herz­li­che Grüße

    • Marcell Heinrich sagt:

      Hal­lo Eli­sa­beth P.,

      der Arti­kel bezieht sich auf alle Bun­des­län­der. Aus­nah­men zur Haus­auf­ga­ben­be­no­tung, z.B. im Land Ber­lin, sind im Text benannt. Für spe­zi­fi­sche Aus­künf­te wen­den Sie sich bit­te an eine Anwalts­kanz­lei für Schul­recht. Alles Gute für Sie. Mar­cell Heinrich

  4. Isabella Schmalhofer sagt:

    Hal­lo Herr Heinrich,
    vie­len Dank für die­sen tol­len und Mut geben­den Artikel.
    Mein Sohn (17) ist in der ABI vor­be­rei­ten­den 11ten Klas­se ( Beruf­li­ches Gym­na­si­um) ges­tern wur­den Noten durch­ge­ge­ben und er hat den Durch­schnitt 2,7. Lei­der ist er in dem Fach Mathe­ma­tik auf 4,7 gekom­men und ern­tet eine 5 auf dem Zeug­nis! Wir spre­chen hier von 0,2 zu viel! Bedeu­tet SITZENBLEIBEN
    Ist das so richtig?
    Hin­zu muss ich sagen, mei­nem Sohn wur­de von 2 Leh­rern (vor paar tagen) gesagt, dass man­che es halt nicht schaf­fen und man soll­te sich über­le­gen ob man da wei­ter macht oder doch ande­re Wege geht! Das fin­de ich eine abso­lu­te Frech­heit, einen jun­gen Men­schen so zu demotivieren!
    Auch möch­te ich hier nicht ver­schwei­gen dass der besag­te Leh­rer zwar gut Mathe kann aber das ver­mit­teln und erklä­ren fällt Ihm sehr schwer. Zudem hat er den Kin­dern mit­ge­teilt dass Mathe­ma­tik nicht sein Stu­di­en­fach war.
    Für mei­nen Sohn ist es sehr unschön und er hat das Gefühl ver­sagt zu haben.
    Herr Hein­rich, wie sol­len wir uns verhalten? 

    lie­be Grüße
    Isa­bel­la Schmalhofer

    • Marcell Heinrich sagt:

      Lie­be Frau Schmal­ho­fer, dan­ke für Ihre Zei­len. Bit­te mel­den Sie sich per­sön­lich bei mir und mei­nem Team. Bes­te Grü­ße. Mar­cell Heinrich

  5. Ewa sagt:

    Vie­len Dank für die­sen Arti­kel.. Ehr­lich gesagt Fern­un­ter­richt war kei­ne geeig­ne­te Metho­de für mein Kind. Jetzt müs­sen wir mit den Fol­gen davon leben.
    Übri­gens, auf wel­ches Schul­jahr bezieht sich den Arti­kel? 19/20 oder 20/21?
    Darf man in die­sem Schul­jahr 20/21 ein Wie­der­spruch auf das Zeug­niss einlegen?
    Mein Kind stand ges­tern ist nicht ver­setzt. Ihr geht das gan­ze Schul­jahr nicht gut. Seit 3 Wochen spricht sie vom Schul­wech­sel. Wie ist das denn wenn sie von Gym­na­si­um auf Real­schu­le wech­seln möch­te?. Muss sie in der Real­schu­le die Klas­se wiederholen?
    LG

  6. Anja sagt:

    Hal­lo,
    mei­ne Toch­ter soll die Klas­se 9 wie­der­ho­len , weil sie durch eine psy­chi­sche Erkran­kung , Angst­zu­stän­de und Depres­sio­nen in eine The­ra­pie gegan­gen ist und zu wenig im Home­schoo­ling mit­be­kom­men hat . Drei von vier Leh­rer sage ” kei­ne Bewer­tung” eine Leh­re­rin sag­te eine 4, damit sie wei­ter machen kann. Mei­ne Toch­ter braucht die Sicher­heit, nach der Kli­nik in die Schu­le , in ihre gewohn­te Klas­se zurück zu keh­ren. Müs­sen wir uns mit dem Wie­der­ho­len wirk­lich abfin­den? Selbst die Psy­cho­lo­gin wür­de eine Bestä­ti­gung aus­ge­ben , für den Ver­bleib in der Klas­se und der dahin­ter ste­hen­den Sicherheit .

  7. Manuela Engel sagt:

    Hal­lo Mar­cel Heinrich,

    mein Sohn hat ges­tern sein 6. Klas­sen End­jah­res­zeug­nis bekom­men. Sei­ne Noten kön­nen sich sehen las­sen, aller­dings hat­te er im Halb­jahr­zeug­niss vier viern in den Kopf­no­ten (Fleiß, Sozi­al­ver­hal­ten, Team­fä­hig­keit, Zuver­läs­sig­keit) . Weil er sich den Rabau­ken ange­schlos­sen hat­te. Nun im zwei­ten Halb­jahr, hat er sich kom­plett zu 100% rein­ge­kniet und ver­än­dert. Home­schoo­ling alles vor Abga­be abge­ben, frei­wil­li­ge Aus­ar­bei­tun­gen ange­bo­ten und an jeder Video­kon­fe­renz teil­ge­nom­men sowie an frei­wil­li­gen Tests. Wenn dann Unter­richt in der Schu­le gewe­sen ist, hat er sehr flei­ßig mit­ge­ar­bei­tet, nie die Haus­auf­ga­ben ver­ges­sen und sich im Unter­richt benom­men. In der Hoff­nung sei­ne Kopf­no­ten ver­bes­sern zu kön­nen. Weil er nach den Som­mer­fe­ri­en aufs Gym­na­si­um geht und ihm es sehr unan­ge­nehm ist. Als mein Sohn dann ges­tern sein Zeug­nis erhielt, war er und wir abso­lut sprach­los. Die Schu­le mei­nes Soh­nes hat­te ein­fach die Kopf­no­ten vom Halb­jah­res­zeug­niss eins zu eins über­nom­men. Sprich nach all der Anstren­gung und Bemü­hun­gen steht er in den Kopf­no­ten wei­ter­hin über­all auf vier! Das kann doch nicht wahr­sein? Wir wir haben die ande­ren Eltern gefragt, auch bei denen wur­den die Kopf­no­ten ein­fach vom Halb­jah­res­zeug­nis über­nom­men. Kön­nen Sie uns bit­te sagen, was wir da machen kön­nen? Da wir das so nicht akzep­tie­ren möch­ten. Über eine kur­ze Rück­mel­dung wür­den wir uns sehr freu­en. Lie­be Grü­ße Fami­lie Engel 19.06.2021

  8. S.Hillinger sagt:

    Ich habe eine fra­ge wir alls eltern wur­den gefragt ob die Leh­rer die Kin­der beno­ten Dür­fen das ist aber schon Mona­te her damal wur­de für ja gestimmt da kei­ner sageb konn­te wie lan­ge es dau­er wür­de Mit Schlie­ßun­gen und der glei­chen was machen wir jetzt mit den ver­ge­be­nen noten wäh­rend der paar Tage unterich ich rede Von Woche 1 zwei tage Unter­richt Woche 2 drei tage und das immer im wech­sel die was kenn ein leh­rer dann beno­ten wenn die Kin­der den stoff nicht rich­tig ver­mit­telt bekom­men haben den erlich gesagt ich weis das es nicht rich­tig war denn mit vie­len die­ser sachen hat man sich nicht mehr besäf­tigt und vie­le eltern wer­den sich erst ein­mal damit wie­der aus­ein­an­der set­zen müs­sen ich rede zum glück nur momen­tan vom stoff der 3 Kl. also was tun wenn leh­rer beno­ten da wir dem ja zuge­stimmt hat­ten ohne zu wis­sen was nocht kom­men würde

  9. Christina sagt:

    Hal­lo und vie­len Dank! End­lich mal ein Bericht der im Sin­ne der Kin­der spricht. Mein Sohn ist in der 9 Klas­se Real­schü­ler und er hat seit Dezem­ber 2020 bis Mai 2021 alle gestell­ten Auf­ga­ben zu Hau­se erle­digt und an den jewei­li­gen Leh­rer ver­schickt. Wir hat­ten immer sehr posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen. Seit Mai sind die Kin­der im Wech­sel­un­ter­richt gewe­sen und seit etwa 3 Wochen wie­der im Prä­zens­un­ter­richt. Und ja ich mer­ke die Luft ist raus und er ist froh wenn end­lich Feri­en sind. Aller­dings habe ich jetzt einen Anruf der Klas­sen­leh­re­rin erhal­ten, dass er sich im Moment münd­lich nicht betei­li­gen wür­de und sich somit sei­ne so gut erar­bei­te­ten Noten so ver­schlech­tern wür­den, dass sie nicht weiss ob er ver­setzt wird. Ich bin aus allen Wol­ken gefal­len! Einen blau­en Brief gab es auch nicht. Somit trifft uns qua­si der umge­kehr­te Fall. Hat sie somit recht, weil die Auf­ga­ben aus dem Home­schoo­ling nicht zählen,?

  10. Mel sagt:

    Vie­len Dank, Coro­na hat mein Kind krank gemacht, nach einer 2 mona­ti­gen The­ra­pie, hat er nun erfah­ren in Ethik eine 5 zu bekom­men obwohl er die­ses Halb­jahr nur eine ein­zi­ge Stun­de dabei war, das alles ohne vor­he­ri­ge Ankün­di­gung, ich wer­de das anfechten
    Mit freund­li­chen Grüßen
    Mel

  11. Nancy Spain sagt:

    Wir sind aus dem Aus­land nach Deutsch­land gekom­men wäh­rend der Pandemie.
    mein Stief­sohn sprach nur eng­lisch und spa­nisch. Er hat die 8. klas­se dann frei­wil­lig wie­der­holt obwohl er eine bestan­de­ne schon hat Im Schu­le­jahr 2020 2021 war er genau 6 Wochen im Präs­entzun­ter­richt. Jetzt soll er auf­grund der feh­len­den Leis­tungs­nach­wei­se eine Auf­nah­me­prü­fung in 5 Fächern machen in 1 Monat in einer Spra­che, die er nicht erler­nen konn­te auf­grund feh­len­der Angebote.
    Chat

  12. Antonia sagt:

    Ich habe den Arti­kel gele­sen, geweint und mich end­lich ver­stan­den gefühlt. Ich bin 21 und mache eine schu­li­sche Aus­bil­dung für die mei­ne Eltern zusätz­lich noch viel Geld zah­len müs­sen. Geld das ein­fach aus dem Fens­ter geschmis­sen ist. Aber wie geht es mir? Ich war ein hal­bes Jahr in mei­ner neu­en Aus­bil­dung und dann kam Coro­na. Seit­her war ich fast nicht mehr in der Schu­le. Die Woh­nung in der ich woh­ne weil die Aus­bil­dung so weit weg ist- Geld aus dem Fens­ter. Seit Okto­ber war ich nicht mehr in der Schu­le und bin wie­der bei mei­nen Eltern. Seit fast 8Monaten bin ich nun an einem Gan­zen Stück nicht mehr in der Schu­le. Ich woll­te viel Fleiß und Ner­ven und Geld für eine Aus­bil­dung bezah­len. Und nun sitz ich bei mei­nen Eltern, nerv­lich kom­plett am Ende und will mei­ne Aus­bil­dung hin­schmei­ßen. Denn ich muss wie­der­ho­len, da ich mir die­sen Beruf nicht selbst bei­brin­gen konn­te. Ich hat­te schlech­te Noten, ein­her­kom­mend mit Ver­zweif­lung, habe oft gefehlt weil ich nicht mehr konn­te. Und nun soll ich wie­der­ho­len. Weil ich per­sön­lich mit der Situa­ti­on nicht zurecht gekom­men bin. Anstel­le von Mit­ge­fühl gab es nur Schuld­zu­wei­sun­gen, als wäre ich alt genug um mit all den zurecht zu kom­men. Ich bin gezwun­gen zu wie­der­ho­len da ich nicht gut genug bin und die Anfor­de­run­gen nicht ange­passt wer­den. Ich wür­de den Abschluss nicht schaf­fen. Ich habe tage­lang geweint. Mich wie ein Opfer/ Kola­te­ral­scha­den gefühlt. Ich habe nicht die Kraft zu wie­der­ho­len und mich noch 2 Jah­re anzu­stren­gen. Ich soll­te ein­fach auf­ge­ben. All das Geld, all die Arbeit, die Ner­ven und Nacht­schich­ten. Wen juckts schon. Ich bin eine klei­ne Amei­se von Mil­lio­nen. Wer küm­mert sich da um mein Leben? Mei­ne Zukunft, wie ich sie geplant hat­te, ist kaputt. Ich bin über­for­dert. Ich weiß ansons­ten kei­ne Lösung als die Aus­bil­dung abzu­bre­chen. Denn eine ande­re Opti­on gibt es nicht. Ich hab die Kraft nicht zu wie­der­ho­len und es wird auch über­haupt nichts gemacht um die gan­ze Coro­na Schul­po­li­tik zu ändern. Eine öffent­li­che Stel­lung­nah­me an alle Schü­ler gerich­tet um ihnen die Angst und die Last zu neh­men.. das hät­te ich mir so sehr gewünscht. Aber statt­des­sen ist es schön dass vie­le Schü­ler k”eine” Pro­ble­me haben, und die wie ich sind halt das Opfer. Eine Ver­set­zung allei­ne wür­de mir über­haupt nichts brin­gen! Und das ist das was mich so ver­letzt. Ich wür­de nicht ansatz­wei­se mit­kom­men, ver­ste­hen und die Anfor­de­run­gen auch an mei­ne Abschluss­prü­fun­gen erfül­len. Nicht ansatz­wei­se. Und die Anfor­de­run­gen wer­den nicht ange­passt. Wenn über­haupt, wür­de das nicht so schnell funk­tio­nie­ren. Was soll ich nur tun..? Mei­ne Schul­tern bre­chen unter der Last und mei­ne Kraft ist leer. Mit lie­ben Grü­ßen Antonia

  13. Beyer sagt:

    Mein Sohn hat nur noch 5en und 6en Real­schu­le) Er soll die Schu­le wech­seln Gesamt­schu­le hat ihn nicht ange­nom­men weil es kein Platz mehr gibt.
    Was mqch ich jetzt ?
    Bit­te helft mir
    Im 1ten Halb­jahr gab es nur 1.fünf und jetzt nur 5 und 6 in jeden Fach.
    Er war lei­der Got­tes auch oft krank hat viel verpasst.
    Was soll ich tun???

  14. Michaela Schulenburg sagt:

    Mein Sohn hat wäh­rend des Home­schoo­ling meh­re­re Auf­ga­ben nicht frist­ge­recht oder gar nicht ein­ge­reicht, weil unser Inter­net so schlecht ist, dass er es nicht frist­ge­recht oder gar nicht geschafft hat, die­se zu erfül­len. Am Live-Unter­richt zu die­sen Auf­ga­ben konn­te er auf Grund des Inter­nets nicht teil­neh­men. Dafür hat er jedes Mal eine 6 bekom­men. Er war im letz­ten Halb­jahr auf Grund des Cha­os schon nicht beson­ders gut und hat sich nun sei­ne Zen­su­ren der 10. Klas­se damit total ver­saut. Gibt es eine Mög­lich­keit, die im Distanz­un­ter­richt erteil­ten Zen­su­ren strei­chen zu las­sen? Ich habe mir hier schon vie­le Anre­gun­gen geholt und wer­de die Leh­rer auch anschrei­ben. Gibt es noch einen Tipp, wie ich die Sache ange­hen kann?

    • Tanja sagt:

      Wie ist das denn bei der Schu­le ange­kom­men.? Wir sind in einer ähn­li­chen Situa­ti­on. Nur Schuld­zu­wei­sun­gen von der Schulseite.

  15. K. Bo sagt:

    Hal­lo und vie­len Dank für Ihren Artikel,.
    Ich hät­te eine Fra­ge und hof­fe, dass Sie sie mir beant­wor­ten kön­nen, da ich nichts dar­über im Netz gefun­den habe. Mei­ne Toch­ter ist 15 und in der 9. Klas­se und ähn­lich wie in ihrem Bei­spiel von Paul, hat sie oft wenig oder kei­nen Bock auf bestimm­te Auf­ga­ben. Ich bin allein­er­zie­hend und jeden Tag auf der Arbeit und muss mich dann auf ihr Wort, dass alles für die Schu­le erle­digt ist, verlassen.
    Ges­tern habe ich ein Brief von der Schul­be­hör­de bekom­men. “Ver­stoß gegen das Schul­ge­setz ” “.…besucht die Schu­le nicht regel­mä­ßig, nimmt am home­schoo­ling nicht voll­um­fäng­lich teil und hat unent­schul­digt den Unter­richt versäumt.”
    Ich habe direkt den Klas­sen­leh­rer kon­tak­tiert und habe nach­ge­fragt wie dies zustan­de kommt. Sie hat seit Janu­ar 21 mal kei­ne haus­auf­ga­be abge­ge­ben, da die Schu­le Dop­pelstd hat, sind das 42 ver­säum­te und unent­schul­dig­te Fehlstubden
    Ver­ste­hen Sie mich nicht falsch, dass mei­ne Toch­ter nicht alle ihre Auf­ga­ben erle­digt ist nicht in Ord­nung auch Rede mir den Mund fus­se­lig und bekom­me auch nur paz­zi­ge Ant­wor­ten. Und ich fin­de, dass es hier rich­tig wäre für nicht abge­ge­ben Auf­ga­ben auch mal 0 Punk­te zu ver­tei­len aber eine Schul­ver­säum­nisan­zei­ge ?? Da wer­de ich bestraft aber ihr ist das doch im Prin­zip egal
    Lan­ge Rede.…. wis­sen Sie ob das über­haupt rech­tens ist ? 

    Lie­be Grü­ße K. Bo

  16. Nicole Hafemann sagt:

    Mei­ne Toch­ter arbei­tet in der Schu­le mit teams. Sie hat ihre Auf­ga­ben gemacht, wie ihr gezeigt zum bear­bei­ten in Word ver­scho­ben und abge­sen­det. Jetzt haben wir ges­tern die Quar­tals­no­ten bekom­men und ich bin geschockt. Sie ist in eini­gen Fächern von sehr gut und gut inner­halb von 3 Mona­ten auf man­gel­haft gesun­ken. Das sind Ekur­se für die wir immer hart gear­bei­tet haben, damit sie sie hal­ten kann. Es stell­te sich jetzt her­aus, dass die ver­sen­de­ten Auf­ga­ben nicht über teams Funk­ti­on Absen­den an die Leh­rer zuge­stellt wur­den. Jedoch hat auch kein Leh­rer es für nötig gehal­ten, sie mal zu fra­gen war­um sie kei­ne Auf­ga­ben mehr abgibt. Ich wur­de eben­falls von kei­nem Leh­rer infor­miert. Statt­des­sen sind die Noten jetzt teil­wei­se um 4 Noten schlech­ter als vor­her. Wel­che Mög­lich­kei­ten habe ich, mich zu wehren?:Die erar­bei­te­ten Sachen sind weg, da sie von teams nach sen­den gelöscht sind. Mei­ne Toch­ter hat ges­tern nur geweint und sie ist jeden Tag online im Unter­richt. Was kann ich tun?

  17. Dr. Thomas Haffner sagt:

    Ein wahr­lich weg­wei­sen­der Artikel!

    • Hannelore Kloberdanz sagt:

      Ich sehe die­ses Schul­jahr als ver­lo­re­nes Jahr. Die­ses Zeug­nis zeigt nicht sein wah­res Ich. die Noten sind grau­sam und er hat­te sich gefreut auf die Real­schu­le wech­seln zu kön­nen. Er ist zwar intro­ver­tiert aber mit kaum Unter­richt sehe ich ein Zeug­nis was es so nicht geben dürf­te. Alle Chan­cen sind für Ihn ver­lo­ren. Die Leh­re­rin kennt mei­nen Jun­gen gera­de mal einen Monat und beur­teilt ihn Will­kühr­lich. Unse­re Kin­der sind mehr als Noten und er soll­te die Chan­ce bekom­men auf die Schu­le gehen zu kön­nen die für ihn gut wäre. Lei­der braucht er dafür einen Durch­schnitt von 2,5 das ist nicht gege­ben weil die Beno­tung nicht das ist was erkann.

  18. Kerstin D. sagt:

    Lie­ber Herr Heinrich,

    Ich bin so dank­bar für Ihren Arti­kel und stim­me als Leh­re­rin in allen Punk­ten mit Ihnen über­ein! Aus mei­ner Per­spek­ti­ve wer­den wir hier aber auch von den Kul­tus­mi­nis­te­ri­en völ­lig allein gelas­sen, es gibt kei­ne ein­deu­ti­gen Erlas­se und Ver­ord­nun­gen und die „schwam­mi­gen“ Emp­feh­lun­gen sind Grund für das der­zeit herr­schen­de Cha­os in der Beno­tung, wel­ches zu soviel Frust und Ent­mu­ti­gung führt. Ich habe als Klas­sen­leh­re­rin einer 8. Klas­se erfah­ren, dass in Mathe noch in der Distanz eine 45 minü­ti­ge Arbeit geschrie­ben wur­de in der Art, dass die Kol­le­gin die Arbeit als Auf­ga­ben­blatt auf die uns zur Ver­fü­gung ste­hen­de Platt­form hoch­ge­la­den hat und die Schü­ler nach Ende der Bear­bei­tungs­zeit das aus­ge­füll­te Blatt in einen Ord­ner hoch­la­den soll­ten. Dabei wur­de unter ande­rem ein The­ma abge­fragt, was rein über Lern­vi­de­os ver­mit­telt wur­de und wo die Schü­ler auf die bear­bei­te­ten Auf­ga­ben ledig­lich ein Lösungs­blatt prä­sen­tiert beka­men. Aus mei­ner Sicht war die­se Vor­ge­hens­wei­se nicht aus­rei­chend dafür, abzu­si­chern, dass die Schü­ler den Stoff ver­stan­den und vor allem anwen­den konn­ten. Bei die­ser „LK“ wur­de offen­bar betro­gen (Schü­ler haben wohl von Arbei­ten, die im Abga­be­ord­ner abge­legt und für die ande­ren ein­seh­bar waren, Lösungs­we­ge abge­schrie­ben.). Die Kol­le­gin rief mich dann an, als sie bemerk­te, dass Schü­ler, die sonst eher „schlecht“ waren, nun eine „1“ oder „2“ erreicht hat­ten. Daher ver­mu­te­te sie Betrug. Bei einer Schü­le­rin rief sie daher im Anschluss an die Kor­rek­tur an und befrag­te sie. Die Schü­le­rin gab unter Trä­nen zu, dass sie einen Teil der Lösun­gen von einer ande­ren Arbeit abge­schrie­ben hat­te. Dar­auf­hin erteil­te die Kol­le­gin ihr eine „6“. Ich war fas­sungs­los, ver­such­te aber auf diplo­ma­ti­schem Weg, die Kol­le­gin dahin­ge­hend zu bewe­gen, die­sen Test zu annul­lie­ren, den Stoff in der fol­gen­den begin­nen­den Pha­se des Wech­sel­un­ter­richts (A- und B- Woche) erst ein­mal zu wie­der­ho­len, das Ver­ständ­nis abzu­si­chern und dann den Test in abge­wan­del­ter Form zu wie­der­ho­len, um damit glei­che Bedin­gun­gen für alle zu ermög­li­chen. Das hat­te auch den Hin­ter­grund, dass in mei­ner Klas­se auch ein autis­ti­scher Jun­ge ist, der offen­bar nicht abge­guckt hat­te, aber dem das Distanz­ler­nen über­aus schwer fiel und der nach mei­ner Nach­fra­ge das neue The­ma nicht ver­stan­den hat­te (dies aber auf­grund sei­ner Behin­de­rung nicht arti­ku­liert). Er erhält sonst auch einen Nach­teils­aus­gleich (ruhi­ge Arbeits­at­mo­sphä­re, mehr Zeit, Struk­tu­rie­rungs­hil­fen), auf die hier auch kei­ne Rück­sicht genom­men wurde.
    Beson­ders schlimm fand ich aber auch, dass das Mäd­chen extra noch bestraft (dis­zi­pli­niert) wur­de, nach­dem sie ehr­lich war, ande­re, die es ihr even­tu­ell aber gleich getan hat­ten, nun völ­lig unbe­hel­ligt blie­ben. Eine ver­gleich­ba­re Leis­tung unter glei­chen Bedin­gun­gen war aus­ge­schlos­sen. Zudem hat­te die Kol­le­gin ja die Ein­sicht in Lösun­gen selbst ermög­licht. Das alles macht mich sehr wütend, wäh­rend ich es schrei­be. Die Kol­le­gin ging nicht auf mei­nen Vor­schlag ein, sag­te :“ Das wer­de ich auf kei­nen Fall tun.“ Und auf mei­ne Fra­ge, wie sie denn sicher sein kann, dass alle ande­ren Schü­ler abso­lut ehr­lich gewe­sen sei­en, erwi­der­te sie sogar:“ Den wer­de ich schon noch zei­gen, dass sie nichts kön­nen.“ Für mich war an der Stel­le das Gespräch beendet. 

    Auch ich fin­de, dass wir zur Zeit, wenn über­haupt, nur ein­ge­schränkt beno­ten kön­nen, nur in der Prä­senz, nach­dem Inhal­te aus­rei­chend wie­der­holt und geübt wur­den und, wie Sie es selbst schil­der­ten, wir vor allem den Druck neh­men soll­ten, eher Coach und Part­ner für die Schü­ler sind, die sie beglei­ten, sie anre­gen, motivieren. 

    Ich habe mich, nach­dem in der fol­gen­den Woche noch ein unan­ge­kün­dig­ten Test in Mathe folg­te, der wohl dazu gedacht war, es eben jenen „zu zei­gen“, dass sie es „nicht drauf haben“, ver­zwei­felt an mei­nen Schul­lei­ter gewandt, in der Hoff­nung, er kön­ne hier kor­ri­gie­rend ein­grei­fen. Lei­der hat er dies nicht getan. So ist der der­zei­ti­ge Stand, dass ein Drit­tel der Schü­ler mei­ner Klas­se inner­halb von drei Wochen nach einem acht­wö­chi­gen Distanz­un­ter­richt nun eine „5“ und eine „6“ in Mathe ein­kas­siert hat, die meis­ten Schü­ler Angst vor die­ser Kol­le­gin haben, ent­mu­tigt sind, sich ohn­mäch­tig füh­len und ich bezweif­le, ob ich an der rich­ti­gen Schu­le bin. Nach­dem auch ein Vater sich beschwert hat­te, führ­te selbst dies nicht dazu, dass die Beno­tung kor­ri­giert wurde.

    Ich selbst füh­le mich nun abso­lut frus­triert, denn ich weiß, dass das eine Mäd­chen, was in sei­ner Not von den ein­seh­ba­ren Lösun­gen abge­schrie­ben hat­te, selbst sehr schwie­ri­ge Bedin­gun­gen wäh­rend des Lock­downs hat­te (Immi­gran­tin, Eltern tags­über auf Arbeit, Mäd­chen allein mit jün­ge­ren Geschwis­tern, die sie neben­bei beauf­sich­ti­gen muss­te). Ihre Eltern wer­den sich auf­grund man­geln­der Sprach­kennt­nis­se nicht weh­ren. Ich selbst kann die Kin­der mei­ner Klas­se nicht vor sol­chen „Unge­rech­tig­kei­ten“ schüt­zen, da ich hier in einen inter­nen Kon­flikt mit der SL bzw. der Kol­le­gin gerate. 

    Aus mei­ner Sicht kann ich ja eine „6“ nur dann ertei­len, wenn ich den Betrug selbst auf­de­cke, jeman­den also in „fla­gran­ti“ erwi­sche. Auch bei Tests im nor­ma­len Schul­all­tag nützt es nichts, wenn ich erst zu Hau­se einen Betrugs erdacht habe. Der Betrug muss wäh­rend der Test­zeit auf­ge­deckt wer­den. Inso­fern ist hier eine nach­träg­li­che „6“ aus Dis­zi­pli­nie­rungs­grün­den abso­lut nicht mög­lich. Und ich fra­ge mich auch, wie ich Betrug anmah­nen kann, wenn ich doch die Ein­sicht in Lösun­gen von vorn­her­ein ermög­li­che. Dann habe ich ja regel­recht dazu ermu­tigt, dem angeb­li­chen „Betrug“ also Vor­schub geleistet. 

    Was kann ich denn nun noch tun, wenn Eltern­be­schwer­de und Kon­flikt­ge­sprä­che nicht zu einer ein­ver­nehm­li­chen Lösung führen?
    Mir fehlt hier schon seit dem ers­ten Lock­down im ver­gan­ge­nen Jahr eine ver­bind­li­che Vor­ga­be, die sich auf Recht und auch auf päd­ago­gi­sche Grund­sät­ze sowie eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Ethik grün­det, damit wir alle ein­heit­lich und mit guten Absich­ten unse­re Schü­ler gut und bes­ten­falls gestärkt durch die­se Zeit brin­gen. Ich bin, genau wie Sie, der Ansicht, dass jetzt vor allem gute Bezie­hungs­ar­beit not­wen­dig ist und Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen allen am Schul­le­ben betei­lig­ten Per­so­nen und Gremien. 

    Herz­li­chen Dank schon ein­mal im Voraus!

    Kers­tin D.

  19. Miriam Seitz sagt:

    Hal­lo vie­len Dank für den Bericht. Es ist schön das jemand auch mal an die Schü­ler denkt. Somit wer­de ich das ers­te mal einen Wie­der­spruch für das Zeug­nis einreichen.

  20. Markus Bert sagt:

    Ganz tol­ler Artikel!
    Mein Kind wird der­ma­ßen gede­mü­tigt, und vor­ge­führt, brül­len ist mitt­ler­wei­le ein fes­ter Bestand­teil… Sie will ehr­lich nicht mehr in die Schu­le, wenn­gleich sie sehr ihre Freun­de ver­misst… r

  21. Oliver sagt:

    Hal­lo, ich freue mich über Ihren geschrie­be­nen Arti­kel. Mei­ne Toch­ter geht in die vier­te Klas­se der Grund­schu­le (Nie­der­sach­sen). Mit Ihrem letz­ten Zeug­nis, wur­de Sie in Ihrem Arbeits- und Sozi­al­ver­hal­ten mit „ent­spricht den Erwar­tun­gen mit Ein­schrän­kung“ bewer­tet. Lei­der brach­te ein Gespräch mit der Schul­lei­tung kei­ne Abhil­fe, auf Kor­rek­tur die­ser Bewer­tung. Ent­spre­chen­de Hin­wei­se auf die Her­ab­stu­fung hat es aus mei­ner Sicht, auch erst viel zu spät gege­ben. Eine Doku­men­ta­ti­on der Lehr­kraft, wie sich die Bewer­tung zusam­men­setzt, war aus mei­ner Sicht unzu­rei­chend, da hier kei­ne Nach­wei­se von der Schu­le vor­ge­zeigt wer­den konn­ten. In dem Erlass von Nie­der­sa­chen 16.04.2020, 2019/20 steht expli­zit, dass eine Ver­schlech­te­rung im Arbeits und Sozi­al­ver­hal­tens, nicht erfol­gen darf. War­um wird die­se Rege­lung nicht auf, dass Schul­jahr 2020/21 ange­wen­det? In dem Erlass vom 17.09.20, wird auf, dass Arbeits und Sozi­al­ver­hal­ten nicht mehr ein­ge­gan­gen? Könn­ten Sie mir hier­zu Ihre Ein­schät­zung mit­tei­len, ob eine Beschwer­de gegen, dass Zeug­nis ziel­füh­rend wäre? Die Schul­lei­tung hat wegen einem ver­ges­se­nem Arbeits­blatt zu Hau­se, einen „Abschreib­text“ ver­hängt. Mei­ne Toch­ter besuch­te in die­ser Zeit, zwei mal pro Woche die Schu­le und hat zuvor noch nie, Ihre Haus­auf­ga­ben ver­säumt. Wenn ich Ihren Arti­kel rich­tig ver­stan­den habe, ist dies nicht zuläs­sig? Lie­be Grü­ße Oliver

  22. Lisa Luthien Dömeland sagt:

    Lie­ber Herr Hein­rich, vie­len Dank für Ihre Mut machen­den Bei­trä­ge. Ich wür­de ger­ne wis­sen, ob sich die Rechts­la­ge in der neu­en Lock­down Pha­se geän­dert hat. Ich fin­de kei­ne wirk­li­chen Infor­ma­tio­nen auf der Web­site des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums BW, wo wir woh­nen. Es wird sug­ge­riert, dass Beno­tung nun mög­lich ist, aber ich fin­de kei­ne Rechtsgrundlage.
    Ich kom­me eben aus einem Online Eltern­abend, und bin sehr ver­zwei­felt. Das Pen­sum in die­sem Lock­down ist immens, Online Mee­tings von 7.45 Uhr bis 13 Uhr, danach die Auf­ga­ben die nor­ma­ler­wei­se im Unter­richt statt­fin­den PLUS Hausaufgaben.…mein Sohn (8. Klas­se) ist beschäf­tigt bis zum spä­ten Nach­mit­tag. Es wer­den Klas­sen­ar­bei­ten in Prä­senz geschrie­ben, vier davon in den nächs­ten drei Wochen. Ich habe das Gespräch gesucht mit Eltern­ver­tre­tung, Leh­rern, der Schul­lei­tung. Und heu­te im Eltern­abend. Alle Vor­schlä­ge, die Auf­ga­ben zu ver­rin­gern, vor allem die Mee­tings auch, in denen die Kin­der teil­wei­se vier Schul­stun­den am Stück nur zuhö­ren und kei­ne Auf­ga­ben machen können.…wurden abge­schmet­tert mit der Begrün­dung, der Lehr­plan hat Prio­ri­tät. Ein­fa­che Vor­schlä­ge wie zum Bei­spiel nur ein Video­mee­ting pro Dop­pel­stun­de, nur eine zusam­men­fas­sen­de Nach­richt pro Fach, statt teil­wei­se fünf bis acht eben­so. Ich respek­tie­re das Enga­ge­ment der Leh­rer, es zu hand­ha­ben wie zu nor­ma­len Zei­ten, aber es geht so nicht mehr wei­ter. Die Lehr­kräf­te sag­ten mir, ich soll­te los­las­sen, da mein Sohn sich in dem Alter ja selbst­stän­dig küm­mern muss, wie das auch im spä­te­ren Leben gefor­dert wür­de. Dem stim­me ich nicht zu! Er ist in der Puber­tät, kann kei­ne Freun­de tref­fen und hat einen so lan­gen Tag, dass nur noch Frust besteht.
    Es wur­de Ver­wun­de­rung geäu­ßert, dass eini­ge sich so gut ent­wi­ckelt haben im Home­schoo­ling (auch mei­ner), und ande­re im Gegen­teil so hin­ter­her­hin­ken. Ich weiß sehr genau, wor­an das liegt. Die Eltern kön­nen da sein oder nicht. Die­se Eltern haben sich wäh­rend des Eltern­abends nicht getraut, etwas zu sagen. Auch des­halb wüss­te ich ger­ne, wie die recht­li­che Lage eigent­lich momen­tan aussieht.
    Herz­li­che Grü­ße! L.D.

  23. Lotte sagt:

    Hi,
    Ich habe immer noch eine unge­klär­te Fra­ge: Dür­fen unse­re Leh­rer die Auf­ga­ben an sich bewer­ten, oder nur ob wir sie abschi­cken und an den Video­kon­fe­ren­zen teilnehmen?

    LG

  24. Mina sagt:

    Durch die Pan­de­mie und Senario B in einer Tour, hat sich unser Kind Tat­säch­lich in allen Fächern um 1 Note ver­schlech­tert ( sie stand kom­plett sta­bil bei allem auf 3 und nun ist sie über­all auf 4 und nun ist die Real­schulemp­feh­lung zu einer Haupt­schulemp­feh­lung gewor­den). Dazu kam, dass wir als Eltern mit den Kin­dern mehr neu­en Stoff ler­nen soll­ten als das Wie­der­ho­lun­gen gemacht wur­den. Allein Nach den Win­ter­fe­ri­en gab es Kilo­wei­se arbei­ten, man hat das Gefühl, die Home­schoo­ling Zeit wird gar nicht ange­rech­net nur die 2 Tage was das Kind pro Woche lernt. Wir sind ein wenig am ver­zwei­felt, den­ken aber wir wer­den auch die­sen Schritt der Wel­le mit­ge­hen. Denn seit 1 Klas­se war sie immer eine 3.er Schü­le­rin. Komisch das sie jetzt kom­plett schlech­ter beno­tet wird. Wir bei­de ( Eltern­tei­le) Arbei­ten Vor­mit­tags und Nach­mit­tags inklu­si­ve Home­schoo­ling. Für uns war das Jahr Kata­stro­phal. Schlaf­man­gel, viel Lern­stoff für die Kin­der was geschafft wer­den muss­te. Eini­ges muss­te an den Wochen­en­den nach­ge­holt wer­den, weil es ein­fach nicht schaff­bar war… und wenn man dann end­lich mal eher fer­tig war und irgend­wie mal Luft hat­te um den Kopf frei zu bekom­men und in iserv angab, die Auf­ga­ben erle­digt zu haben, kam Prompt eine Mail der Leh­rer ” Oh du bist schon fer­tig, hier sind noch extra Auf­ga­ben damit dir nicht lang­wei­lig wird.… ”
    Ich bin sehr ent­täuscht über das aktu­el­le Schul­sys­tem.…. Und ich glau­be ich war noch nie so ver­är­gert und gestresst was die Auf­ga­ben angin­gen, gera­de weil wir voll m Arbei­ten und sys­tem­re­le­vant sind. Teil­wei­se sahen unse­re Tage mas­siv so aus ( von 8–14 Uhr Home­of­fice ( aus Daten­schutz Grün­den durf­te das Kind nicht ins Büro) run­ter … 15 Uhr Essen fer­tig… 16 Uhr Home­schoo­ling bis 21 Uhr … Danach Abend­essen, Kind Bett­fer­tig machen … es wur­de 22 Uhr, danach war mei­ne Haus­ar­beit dran bis 1 Uhr nachts. Ich habe kaum noch geschla­fen durch den Druck seit Anfang Dezem­ber. Aber extra arbei­ten, weil dem Kind lang­wei­lig ist, rie­sen Gedich­te, Sport ect. kamen noch on Top oben drauf, weil den Kin­dern ja so lang­wei­lig ist. Und dann noch neue The­men die dann ange­schla­gen wur­den in Sze­na­rio B und den Eltern über­las­sen wur­de, dass Wis­sen zu kom­mu­ni­zie­ren .… aber soll nun eine Ver­schlech­te­rung des Kin­des akzep­tie­ren, was ich nicht tue. 

    Bevor ich es ver­ges­se, ich habe oft­mals die ” Not­be­treu­ung in Anspruch genom­men damit das Kind die Ver­mitt­lung von Auf­ga­ben bes­ser erhält” dort wur­den dann 6 Stun­den auf dem Schul­hof gespielt, im Unter­richt gemalt und Home­schoo­ling auf­ga­ben gemacht ohne Wis­sen zu ver­mit­teln … also Tat­säch­lich nur eine Betreu­ung und alles das was sie an Home­schoo­ling nicht geschafft hat, muss­te sie am sel­ben Tag dann nach­ho­len .… Es ist eine Kata­stro­phe und sind verzweifelt

  25. Myriam sagt:

    Herz­li­chen Dank für die umfang­rei­chen Infor­ma­tio­nen! Mich wür­de inter­es­sie­ren, ob Sie mir eine Aus­kunft zur Gül­tig­keit von Noten­ver­ga­ben wäh­rend des Distanz­ler­nens in Ber­lin geben könn­ten? (In Ber­lin ist es prin­zi­pi­ell zuläs­sig, Haus­auf­ga­ben zu beno­ten — was ich schon in “nor­ma­len Zei­ten” äußerst frag­wür­dig finde).

  26. Sandra sagt:

    Super hilf­rei­che Erläu­te­run­gen, vie­len Dank. Nun mei­ne Fra­ge: von dem gan­zen Halb­jahr, waren 2 Wochen bei uns im Gym­na­si­um Prä­senz­un­ter­richt. In die­sen Tagen wur­den täg­lich Arbei­ten geschrie­ben. Die Kin­der gaben an, völ­lig über­for­dert zu sein durch die chao­ti­schen Umstän­de. Zum Bei­spiel wur­de plötz­lich eine Leh­re­rin aus­ge­tauscht, deren Nach­fol­ge­rin Stoff abfrag­te, der gar nicht bespro­chen war und die Arbeit soll­te nicht gewer­tet aber neu geschrie­ben wer­den. Dazu kam es aber nicht. In Mathe gab es eine yon­line-Arbeit, die beno­tet wer­den soll­te und spä­ter nicht gezählt hat. Eini­ge Fächer fie­len ein­fach weg und sind nun doch beno­tet wor­den .Nun haben vie­le Kin­der in der Klas­se (7) ver­hee­ren­de Zwi­schen­zeug­nis­se und sind ver­set­zungs­ge­fähr­det. Dazu wur­de schon mal eine Bit­te um Wech­sel vom Gym­na­si­um zur Real­schu­le ver­merkt. Wir emp­fin­den das alles als extrem unfair, demo­ti­vie­rend und ein­fach falsch. Was kön­nen wir tun? Dankeschön!

  27. Madlen sagt:

    Hal­lo.
    Ich habe eine Fra­ge, die mir bis­her noch Kei­ner wirk­lich beant­wor­ten konn­te! Mei­nem Sohn, 9.Klasse, wur­de in der letz­ten Woche eine schrift­li­che Ver­war­nung zuge­sandt bzw. mir als Mut­ter zur Kennt­nis­nah­me und Unter­zeich­nung! Er wäre sei­ner Schul­pflicht nicht nach­ge­kom­men und hat im Janu­ar meh­re­re Auf­ga­ben nicht frist­ge­recht dem jewei­li­gen Fach­leh­rer zukom­men las­sen, wor­auf­hin er auf dem Halb­jah­res­zeug­nis 13 unent­schul­dig­te Fehl­stun­den zu ste­hen hat­te! Nun wie geschrie­ben noch die schrift­li­che Ver­war­nung! Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Leh­rern läuft mäßig, so dass ich mich mit sei­ner Klas­sen­leh­re­rin und auch dem Schul­lei­ter in Ver­bin­dung gesetzt habe! Es fan­den auch bis­her nur sehr weni­ge Video­kon­fe­ren­zen statt! Sicher ist es sei­ne Auf­ga­be die gestell­ten Auf­ga­ben zu erfas­sen, zu lösen und die­se abzu­sen­den! Den­noch fin­de ich die schrift­li­che Ver­war­nung nicht nach­voll­zieh­bar! Wie kann ich mich ver­hal­ten? Ist das Alles zuläs­sig? Über eine Ant­wort wür­de ich mich freuen!
    Grü­ße M.A.

  28. Jörg Küppersbusch-Lojewski sagt:

    Hal­lo,
    Tol­ler Arti­kel, aber lei­der wird nir­gends erwähnt das es auch Pro­ble­me mit dem elek­tro­ni­schen Gerä­ten geben kann. Z.B. steht auf dem iPad das die Auf­ga­ben abge­ge­ben oder ver­schickt wur­den, bei den Leh­rern aber nie ange­kom­men sind, und das Kind des­halb eine 6 bekommt. Die­se glau­ben dann wie­der­um auch den Eltern nicht, da die­se ja zum Kind hal­ten. Da das Kind aber im Som­mer die Schu­le ver­las­sen will und eine Aus­bil­dung begin­nen will, bekommt es jetzt wahr­schein­lich kei­nen Abschluss, da alles gegen das Kind bewer­tet wird. Die Mög­lich­keit alle an einen Tisch zu bekom­men um eine Lösung zu fin­den, schei­tert an Coro­na. Bzw. an den Leh­rern das die­se zu unfle­xi­bel sind.
    Echt Trau­rig das es sowas heut­zu­ta­ge gibt.
    Es gibt lei­der auch nie­man­den der sich die­ser Pro­ble­me annimmt.

  29. Nancy Neumann sagt:

    Sehr geehr­ter Herr Heinrich,
    es ist ein sehr schö­ner Arti­kel , wel­cher die Situa­tio­nen genau schil­dert. Wie ist es aber, wenn in der Grund­schu­le in den ers­ten 2 Mona­ten 3 Tests geschrie­ben wur­den und dabei aber nur Noten von 3 und 4 exis­tie­ren, da das Kind nicht rich­tig mit­kam und die Tests für 30 bis 45 Minu­ten aus­ge­legt sind, sodass es immer sehr viel für eine 2. Klas­se ist.
    Jetzt in der coro­na Zeit wur­de nichts bewer­tet, sodass nun die­se Zen­su­ren auf dem Zeug­nis ste­hen. In der coro­na Zeit wur­den alle Auf­ga­ben erle­digt, aber auch im Fleiß wur­de nur mit 3 bewer­tet, da man ja die coro­na Zeit nicht ein­be­zie­hen kann.
    Ich bedan­ke mich für Ihre Antwort. 

    Mit freund­li­chen Grüßen
    Mama aus Sachsen

  30. Wolfgang Amend sagt:

    Hal­lo Herr Heinrich,

    ich bin selbst Leh­rer an einer Mit­tel­schu­le und unter­rich­te das Fach Tech­nik. Ihren Blog habe ich ger­ne gele­sen und dem stim­me ich so zu.

    Lei­der sieht die Rea­li­tät oft anders aus, als man es sich wünscht und so ver­kom­men auch Ihre Aus­sa­gen zum wil­li­gen Werk­zeug von fau­len Schü­lern und deren unter­stüt­zen­den Eltern.

    Was ist passiert?

    Auf­ga­be Kugel­bahn-Chall­enge im Fach Tech­nik: Baue wäh­rend der nor­ma­len Unter­richts­zeit eine Kugel­bahn … es gewinnt die inter­es­san­tes­te Bahn und die, deren Ball am längs­ten läuft …

    Mei­ne Aus­sa­ge: Gibst du dir Mühe, wird das Ergeb­nis in die Halb­jah­res­no­te ein­ge­rech­net. Wenn du nichts/nichts ordent­li­ches abgibst, bleibt es bei der Note vor dem lock-down.

    Eine Mut­ter schrieb mir dar­auf­hin über den E‑Mail-Account ihres Soh­nes (damit er es auch mit­be­kommt), dass das eine Benach­tei­li­gung ihres Kin­des dar­stellt und eine Beno­tung nicht rech­tens wäre. Dabei wur­den mir Text­ab­schnit­te ihres Blogs (ent­spre­chend aus­ge­wählt) hin­ge­wor­fen (ohne Quel­len­an­ga­be oder sons­ti­gem Hin­weis). Auf Ihre Sei­te bin ich gekom­men, indem ich den ent­spre­chen­den Text­teil (konn­te auf­grund der For­mu­lie­rung nicht von ihr stam­men) bei goog­le eingab.

    Lei­der wer­den gute Gedan­ken von Men­schen oft miss­braucht — das ist aber die Realität.

    Mit Gruß

    Wolf­gang

    • Marcell Heinrich sagt:

      Lie­ber Wolfgang, 

      dan­ke für Ihre Schil­de­rung. Ja, sowas pas­siert. Und bis auf die For­mu­lie­rung der “fau­len Schü­ler” pflich­te ich Ihnen auch bei. Offen­sicht­lich liegt ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem vor und die Mut­ter möch­te sich schüt­zend vor ihren Sohn stel­len — was dann eben etwas unge­schickt pas­siert ist. Ihr gemein­sa­mer Nen­ner: Sie bei­de stim­men die­sem Arti­kel zu und fin­den das Ansin­nen gut. Bit­te nut­zen Sie bei­de die­se Chan­ce, um sich — etwa anhand des Arti­kels — im Sin­ne des Kin­des zu ver­stän­di­gen. Der Dia­log ist ent­schei­dend. Neh­men Sie die­sen auf, ver­ein­ba­ren Sie “Schwamm über die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler” und star­ten Sie einen Neu­an­fang. Denn schließ­lich sind Sie ja im Grun­de einer Mei­nung. Dann kön­nen Sie die Kur­ve bekom­men. Genau das war der Sinn die­ses Arti­kels. Ich wün­sche Ihnen und der Fami­lie gutes Gelin­gen. Mar­cell Heinrich

  31. Daniela Manunza sagt:

    Das ist ein sehr guter Bericht. Ich habe ihn gele­sen, da 2 Enkel­kin­der betrof­fen sind, die wahr­schein­lich ohne Haupt­schul­ab­schluss von einer Gesamt­schu­le abge­hen, da die Leh­rer den man­geln­den bis gar nicht teil­ge­nom­men online Unter­richt beno­tet haben, Mei­ne Toch­ter ist allein­er­zie­hend mit psy­chi­schen Pro­ble­men und daher damit über­for­dert. Wir haben jetzt Angst,dass die Anmel­dung zu einem Berufs­kol­leg mit dem schlech­ten Zeug­nis nicht akzep­tiert wird.

  32. V. Severing sagt:

    Vie­len Dank für den Arti­kel. Bin spät nachts hier gelan­det auf der Suche nach Rat, ob denn Beno­tung einer Haus­auf­ga­be im Online-Unter­richt über­haupt zuläs­sig ist. Die Che­mie­leh­re­rin mei­ner Toch­ter (8. Klas­se Gym­na­si­um RLP) hat ange­kün­digt, die Haus­uf­ga­ben ver­gan­ge­ner Woche beno­ten zu wol­len. Neu­er Stoff, vor­ge­stellt in dem 1 mal wöchent­li­chen 45 Minu­ten Online-Unter­richt. Ver­stan­den hat sie es nicht. Seit­dem ist sie immer­wie­der damit beschäf­tigt, ich sehe wie sehr sie es quält. Wir kön­nen ihr nicht hel­fen, Che­mie war nicht unser Fach, zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt abge­wählt. Fami­lie, Freun­de, Bekann­te — nie­man­den gefun­den, der hel­fen kann. Erleich­tert bin ich nun nach die­sem Bei­trag. Ich habe 3 Kin­der die zur Schu­le gehen (5. und 10. KLas­se Gesamt­schu­le und eben 8. Klas­se Gym­na­si­um) und 2 (4 und 6 Jah­re) die in den Kin­der­gar­ten gehen. Zu hau­se sind sie alle. Bin im Moment nur noch damit beschäf­tigt den 3 beim Home­schoo­ling zu hel­fen. Zu bewäl­ti­gen ist es nicht. Teil­wei­se erle­di­ge ich, wenn sie schon schla­fen, ihre Auf­ga­ben und lade sie hoch, damit sie kei­ne Abga­be­fris­ten ver­säu­men. Ler­nen tun sie dabei nichts. Unzu­mut­ba­rer Irr­sinn. Ich wer­de das nun stop­pen. Es tut uns alles nicht gut. Täg­lich neh­men Span­nun­gen zu. Der Druck ist tat­säch­lich grös­ser. Ab mor­gen schau­en wir nur noch dass in die­ser Situa­ti­on kei­ner durchdreht.

  33. Eine Mami sagt:

    Hal­lo,
    lei­der wird in unse­rem Bun­des­land sehr gern und viel die soge­nann­te “Coro­na-Haus­auf­ga­be” beno­tet. Lei­der kann es sogar dazu kom­men, dass man­che Lehrer*innen die eigent­li­che Note um eine Note her­ab­set­zen, wenn sie die Ver­mu­tung haben, dass den Kin­dern zuhau­se “zu viel” gehol­fen wur­de. Man nennt das dann gern so: die Leis­tung kann nicht Ihrem Kind zuzu­rech­nen sein, da es bei ver­gan­ge­nen Tests (in der Schu­le) schlech­te­re Leis­tun­gen erbracht hat. Dis­kus­sio­nen brin­gen nichts. Mit­un­ter wird sogar an der Schrift her­um­ge­me­ckert, nach dem Mot­to: Ich unter­rich­te Ihr Kind nur ein­mal für eine Stun­de in der Woche und ich weiß, dass Ihr Kind den Text nicht geschrie­ben haben kann. — Da hilft es nicht ein­mal, wenn man dar­auf hin­weist, dass das Kind eben sich beson­ders Mühe gege­ben hat oder ein Scan­ner (den man zum Ein­scan­nen der Leis­tung benö­tigt) das Übri­ge zum Schrift­bild bei­trägt, das ist man­chem Leh­rer echt egal. Lieb­lings­schü­ler haben es da eh leich­ter, selbst im Fernunterricht.
    Für man­che Kids bedeu­tet das ein Rück­schlag, weil es sich beson­ders ange­strengt hat und sei­ne Leis­tung dann vom Leh­rer ange­zwei­felt wird.
    Ande­re Lehrer*innen kom­men auf die Idee, den Kin­dern Expe­ri­men­te auf­zu­ge­ben. Also heißt es, man muss suchen oder kau­fen, was dazu nötig ist. Das Expe­ri­ment muss pro­to­kol­liert, ein­ge­scannt und hin­ge­schickt wer­den. Natür­lich gibt es dazu einen fest­ge­setz­ten Ter­min, manch­mal sogar mit Uhr­zeit. Oft genug spielt der Schul­ser­ver ver­rückt, und man kann nichts hoch­la­den oder E‑Mails kom­men wegen vol­ler Ser­ver wie­der zurück. Wenn man kei­nen Scan­ner hat, so bekommt das Kind einen Minus­punkt in irgend­ei­ner vom Leh­rer ange­leg­ten Lis­te. 3 Minus­punk­te bedeu­tet im irgend­wann wie­der statt­fin­den­den Prä­senz­un­ter­richt, das Kind muss ent­we­der Frei­tag in der 8. Stun­de nach­sit­zen (Leh­rer mel­den das nur kurz tele­fo­nisch auf dem Anruf­be­ant­wor­ter an) oder es bekommt eine 6 für nicht erbrach­te Leistungen.
    Mit­un­ter gestal­tet sich das nor­ma­le Fami­li­en­le­ben rings um den Fern­un­ter­richt und berei­tet vor allem mir als Allein­er­zie­hen­de schlaf­lo­se Nächte.
    Aber es gibt auch Lehrer*innen, die sich rich­tig Mühe geben und ihren Unter­richt per Video auf­neh­men und ins Inter­net stel­len. Lei­der hat man auf dem Land kaum Han­dy­netzt und mit dem Inter­net sieht es dann auch nicht gera­de rosig aus, wenn sich über einem ein gigan­ti­sches Funk­loch aus­brei­tet. Wie will man das dann dem jewei­li­gem Leh­rer bewei­sen, er selbst hat ja Netz und Inter­net, da er in einer grö­ße­ren Stadt lebt?
    Ich ver­ste­he mein Kind manch­mal voll und ganz, wenn es plötz­lich meint, das Alles habe doch kei­nen Sinn, weil es an so Vie­lem man­gelt und die Lehrer*innen trotz­dem immer wei­ter ihr Ding durch­zie­hen und mit Minus­punk­ten und Kon­se­quen­zen dro­hen. Lei­der mit vol­ler Rücken­de­ckung der Schulleitung.
    Auf die Fra­ge, was soll man ohne Scan­ner oder Han­dy­netz tun, hieß es von beson­ders schlau­en Lehrer*innen, das Kind setzt sich dann aufs Rad und fährt zu einem Klas­sen­ka­me­ra­den, der ihm wei­ter­hel­fen kann. Was dann dabei alles pas­sie­ren kann, dar­an möch­te ich echt nicht den­ken. Außer­dem macht sich das gut, wenn die Dör­fer hier eini­ge Kilo­me­ter aus­ein­an­der lie­gen, kein Rad­weg zur Ver­fü­gung steht und die Coro­na-Regeln genau dies eigent­lich ver­hin­dern wol­len, dass die Kin­der von Haus zu Haus und Dorf zu Dorf fah­ren, um Minus­punk­te zu verhindern.
    Und was das Schlimms­te ist: der Vor­schlag von mir, dass mein Kind das Schul­jahr dann noch­mals durch­lau­fen soll (frei­wil­lig, weil es schlech­te Noten hat), wur­de gleich von der Schul­lei­tung abge­blockt. Das gibt es nicht. Wo sol­len wir dann mit all den Kin­dern hin, die frei­wil­lig wie­der­ho­len sol­len?, hieß es da nur.
    Die Kin­der ler­nen nicht wirk­lich etwas, das Inter­net oder Han­dy ist zu ver­füh­re­risch, als dass die Kin­der auch tat­säch­lich damit wirk­lich nur Haus­auf­ga­ben erle­di­gen und kei­nes­falls auf irgend­wel­chen Spie­le­platt­for­men lan­den. Pas­siert genau dies, so sind die Eltern dar­an Schuld, da sie ihre Kin­der nicht rich­tig erzo­gen haben. Ehr­lich gesagt, ich habe weder die Zeit, die Geduld noch die Mög­lich­keit das wei­ter­hin durch­zu­ste­hen, was Lehrer*innen, die Schul­lei­tung, die Kul­tus­mi­nis­te­ri­en und wer auch immer noch die­ses Cha­os zu ver­ant­wor­ten hat, sich so alles aus­den­ken. Aber ob der dar­auf­fol­gen­de Prä­senz­un­ter­richt dar­an irgend­et­was posi­tiv ändern wird, wage ich zu bezweifeln.

  34. Natalya Dzusov sagt:

    Dan­ke­schön für so einen mensch­li­chen Arti­kel und das hilft mir tat­säch­lich weiter!!!

  35. Marcell Heinrich sagt:

    Hal­lo Herr Jaksch, 

    dan­ke für Ihre Nach­richt. Sie haben per­sön­lich Ant­wort an Ihre Email­adres­se erhalten.
    Vie­le Grüße

    Mar­cell Heinrich

  36. Petersen sagt:

    Hal­lo,
    heißt es also im Umkehr­schluss, eine schlech­te Note ist allein dem häus­li­chen Umfeld zuzuschreiben?
    Nicht immer kann man so ein­fach polarisieren.
    Ich hof­fe, es gibt da drau­ßen noch eine Mehr­zahl von Eltern, die das bes­te für ihre Kin­der wol­len und tun.
    Lie­be Grüße

    • Marcell Heinrich sagt:

      Hal­lo Frau Petersen,
      nein, die­ser Umkehr­schluss ist damit nicht gemeint. Dass im Grun­de so gut wie alle Eltern das Bes­te für ihre Kin­der wol­len, ist auch mein Blick auf die Welt.
      Ich hof­fe, dass dies im Arti­kel auch so rüber­kommt. Alles Gute für Sie und eben­falls lie­be Grüße

  37. Dirk Trampler sagt:

    Super erklärt und ein­fühls­sam dar­ge­stellt. Die Sach­lich­keit des
    Berichts bringt alles auf den Punkt.

  38. Christian J sagt:

    Schön Guten Abend,
    ich bin der Vater Zwei­er Söh­ne der eine in der Not­be­tre­ung da erst 9 der ande­re im Home­schoo­ling da 13.
    Nicht nur das mein 13 Jäh­ri­ger fast alle Auf­ga­ben beno­tet bekommt nein bei nicht­ab­ga­be von auf­ga­ben wer­den auch Fehl­zei­ten auf dem Zeug­niss ver­merkt so die Aus­sa­ge der Klas­sen­leh­re­rin. Mein Kind ist in der 8 Klas­se einer Gesamt­schu­le Ler­nen Fällt ihm schon immer sehr schwer mit dem Pro­gram (ITS Ler­ning) kommt er auch nicht klar. Ist das Vor­ge­hen der Schu­le hier in Bran­den­burg Rech­tens? er hat­te noch nie fehl­zei­ten auf dem Zeugnis.

  39. Simone Vu sagt:

    Ein­fach super die­ser Arti­kel. Er hat mir end­lich wich­ti­ge Fra­gen beant­wor­tet, wo ich lan­ge über­legt habe wie und wo stel­le ich sie ohne falsch ver­stan­den zu wer­den. Sol­che ein­deu­ti­gen Infor­ma­tio­nen soll­te es mehr und auch offe­ner geben ohne das man erst Stun­den suchen muss und durch Zufall drauf stößt. Ich Dan­ke Ihnen auch in Namen mei­ner bei­den Kin­der. Denn die­ses wird mit Sicher­heit hel­fen, unse­re der­zei­ti­ge Lage ruhi­ger anzu­ge­hen und zu einem halb­wegs nor­ma­len All­tag zurück zufinden.

    Ganz lie­be Grüße
    Simo­ne Vu und Kinder

    • Marcell Heinrich sagt:

      Lie­be Simone,

      das freut mich sehr. Herz­li­chen Dank für Ihr Feedback.
      Für Sie und Ihre Kin­der alles Gute für die Zukunft.
      Mar­cell Heinrich

  40. Anja Bogdanski sagt:

    Sehr geehr­ter Herr Heinrich,
    Sie spre­chen mir aus der See­le. Ich bin Leh­re­rin an einer Real­schu­le. Die Vor­be­rei­tung des Unter­richts, so dass jeder Schü­ler mit­kom­men kann, ist sehr auf­wän­dig und ich gehe “auf dem Zahn­fleisch”. Mei­ne eige­nen Kin­der jam­mern, ich hät­te selbst in den Feri­en nie Zeit für sie. Und sie haben Recht. Abge­se­hen davon schüt­te­le ich den Unter­richt auch für mei­ne Kin­der nicht aus dem Ärmel. 30 frem­de Kin­der im Prä­sent­un­ter­richt zu unter­rich­ten ist oft leich­ter, als mei­ne eige­nen zu stump­fen und ein­tö­ni­gen Auf­ga­ben zu moti­vie­ren, wäh­rend ich in der Schu­le Not­be­treu­ung mache oder irgend­wie ver­su­che guten Unter­richt auf Distanz zu machen. Viel schlech­ter dran sind aber jene Kin­der, die zu Hau­se mit den von Ihnen beschrie­be­nen Pro­ble­men kon­fron­tiert sind. Mit Ihrer For­de­rung, die Beno­tung aus­zu­set­zen haben Sie sicher Recht, dafür braucht es aber eine Dienst­an­wei­sung, sonst wird geschätzt.
    Wenn Sie den Eltern und Kin­dern aber die Sor­ge neh­men möch­ten, indem Sie sagen, Coro­na dür­fe nicht zur Nicht-Ver­set­zung füh­ren, ist das nicht ganz rich­tig. Wer nicht lernt, kann die Inhal­te des Schul­jah­res nicht. Im nächs­ten Schul­jahr kommt Stoff dazu. Selbst wenn trotz man­geln­der Kennt­nis­se ver­setzt wird, wer­den die Kin­der nächs­tes Jahr sit­zen blei­ben. In jedem Fall kann man nicht über ein Jahr, und das wird es min­des­tens sein, kei­nen oder abge­speck­ten Unter­richt haben, die Inhal­te nach­ho­len und das nächs­te Jahr schaf­fen. Pri­vi­le­gier­te Kin­der viel­leicht, wenn in Kür­ze eine sorg­lo­se und coro­nafreie Zeit anbrä­che. Ohne Mas­ken und mit sozia­lem Ler­nen in der Schu­le. Das ist nicht in Sicht. Ehr­li­cher wäre es, zu sagen, wenn ich es sowie­so nicht schaf­fe, mache ich es so gut es eben geht und mei­ne Eltern stel­len einen Antrag auf frei­wil­li­ge Wie­der­ho­lung des Schul­jah­res. Grund­la­gen, bei­spiels­wei­se in Mathe­ma­tik, las­sen sich nicht neben­bei auf­ho­len, sie müs­sen nach­ein­an­der ent­wi­ckelt werden.
    Wie ist das mit § 35 a SGB VIII? Vie­le Kin­der sind von see­li­scher Behin­de­rung bedroht und haben ein Recht auf mehr Hilfen.
    Es stimmt, der Lehr­plan ist für die­ses Jahr sowie­so dahin. Trotz­dem brau­chen Kin­der Struk­tur, die Schu­le ihnen geben kann. Bezie­hung auch, aber dort, wo sie in der Prä­senz­zeit nicht ent­stan­den ist, ist sie schwer her­zu­stel­len. Ich ken­ne die Gesich­ter der Fünft­kläss­ler unse­rer Schu­le nicht einmal.
    Es ist gut, dass Sie wert­schät­zend alle Betei­lig­ten “an einen Tisch” bringen.
    Herz­li­che Grüße
    Anja Bogdanski

    • Marcell Heinrich sagt:

      Sehr geehr­te Frau Bogdanski, 

      dan­ke für die ehr­li­che Ein­bli­cke. Ich ver­ste­he Sie sehr gut. Und ja, so geht es gera­de sehr vie­len Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von Ihnen, die es mir in ähn­li­cher Wei­se beschreiben.
      Ihre Beschrei­bung zum Lern­fort­schritt, zum didak­ti­schen Pro­zess und zur Stoff­ver­tei­lung tei­le ich im Grun­de kom­plett. Nur hilft das den Kin­dern und Jugend­li­chen zuhau­se nicht weiter.
      Die Ant­wor­ten, die in unse­ren Fami­li­en Erleich­te­rung ver­schaf­fen, sind inzwi­schen eben nicht mehr inner­halb der Schul­sys­tem­lo­gik zu fin­den. Son­dern außer­halb. Dafür braucht es zunächst eine Abmil­de­rung des bedroh­li­chen Noten­drucks, damit Eltern sich über­haupt ande­ren Per­spek­ti­ven öff­nen kön­nen. Das ist der Zweck die­ses Arti­kels. Die gesell­schaft­li­che Tra­gik wird damit nicht gelöst. Aber die indi­vi­du­el­le Situa­ti­on momen­tan erleich­tert. Es wäre sehr schön, wenn Leh­re­rin­nen und Leh­rer genau dazu bei­tra­gen wür­den. so sehr es eben in ihrer Macht steht. Daher habe ich deut­lich auch die recht­li­che Lage für Leh­rer und Eltern beleuch­tet. Wer heu­te nach § 35 a SGB VIII Anspruch auf Hil­fen hat, oder wer sich sol­che pri­vat leis­ten kann, hat es momen­tan ja sogar noch rela­tiv gut. Ich glau­be wir wer­den frü­her oder spä­ter die gesam­te The­ma­tik des Schul­erfolgs neu betrach­ten (müs­sen). Herz­li­che Grü­ße und alles Gute für Sie
      Mar­cell Heinrich

  41. Stefan W. sagt:

    Hal­lo Herr Heinrich,

    die Dia­gno­se ist der Schu­le unmit­tel­bar mit­ge­teilt und belegt worden.

    Vie­le Grüße 

    Ste­fan W.

  42. Stefan W. sagt:

    Hal­lo Herr Heinrich,

    vie­len Dank für den sehr inter­es­san­ten Blog.
    Bei mei­nem Sohn (mitt­ler­wei­le 18, Q1 an einer Gesamt­schu­le) wur­de im Früh­jahr 2019 eine mit­tel­schwe­re Depres­si­on dia­gnos­ti­ziert, deren maß­geb­li­che Aus­prä­gung das Schul­schwän­zen war. Ein Schul­ab­bruch war zum Halb­jah­res­en­de Janu­ar 2020 ange­dacht, sein The­ra­peut hat­te ihm aber hier­von abge­ra­ten, da er zunächst kei­ne Alter­na­ti­ve hat­te und die Tages­struk­tur mit dem Schul­be­such als The­ra­pie­form nut­zen soll­te. Er soll­te laut The­ra­peut mor­gens auf­ste­hen, zur Schu­le gehen ohne Leis­tungs­druck. Dies soll­te auch zur Vor­be­rei­tung die­nen, um ggfls. das Jahr zu wie­der­ho­len. Dann kam Coro­na und der Plan war pul­ve­ri­siert … . Es ging ihm dann auch schlech­ter, weil auch Sozi­al­kon­tak­te kaum mög­lich waren. Die Arbei­ten im home­schoo­ling hat er nur spo­ra­disch bear­bei­tet, zum Prä­senz­un­ter­richt ist er dann gegan­gen, aber auch nicht ganz konsequent.
    Jetzt kam das Zeug­nis und in 5 Fächern ist die Note zum Teil um zwei Noten­stu­fen ver­schlech­tert, in zwei Fächer wird ihm ein “unge­nü­gend” tes­tiert. Ich war ehr­lich ent­setzt. Wir haben zusam­men ent­schie­den, hier­ge­gen Wider­spruch ein­zu­le­gen, da doch eigent­lich durch Coro­na kei­ne Ver­schlech­te­rung erfol­gen soll­te. Nicht das Sie mich falsch ver­ste­hen, das Klas­sen­ziel hät­te er ohne­hin nicht erreicht, aber die­se Vor­ge­hens­wei­se vor dem Hin­ter­grund sei­ner Erkran­kung und der Coro­na­si­tua­ti­on emfin­de ich schon als demütigend.

    Vie­len Dank für Ihr Enga­ge­ment und vie­le Grüße

    Ste­fan

    • Marcell Heinrich sagt:

      Hal­lo Stefan, 

      dan­ke für Ihre offe­nen Ein­bli­cke. Die Demü­ti­gung, die Sie emp­fin­den, ist nach­voll­zieh­bar. Ist denn die Dia­gno­se in der Schu­le bekannt? Mein Team und ich wün­schen Ihnen gutes Gelin­gen bei Ihrem Wider­spruch und alles Gute für Ihren Sohn.
      Marcell

    • Stefan W. sagt:

      Hal­lo,

      eine kur­ze Ergän­zung zu mei­nem Eintrag:
      Nach Wider­spruch und Betei­li­gung der Schul­auf­sichts­be­hör­de wird das Zeug­nis dahin­ge­hend abge­än­dert, dass die Leis­tun­gen auf­grund der Erkran­kung nicht beur­teil­bar sind, dies aber unab­hän­gig von der Coro­na- Situation.
      Mein Sohn hat zum 01.08.2020 eine Aus­bil­dung in sei­nem Wunsch­be­reich begon­nen und ihm geht es, nach mei­nem Ein­druck wesent­lich bes­ser. Der ers­te Monat ver­lief nahe­zu rei­bungs­los. Wir sind sehr stolz auf ihn.

      Vie­le Grüße

    • Marcell Heinrich sagt:

      Das freut mich sehr. Alles Gute.

  43. Christiane S. sagt:

    Hal­lo,
    ich fin­de den Arti­kel und die Infor­ma­tio­nen rund um das Home­schoo­ling sehr Inter­es­sant. Ich habe mir schon den Vor­druck zur Anfech­tung der Schul­no­ten ausgedruckt.
    Es wur­de bis­her mit­ge­teilt, das die bestehen­den Noten seit dem Zwi­schen­zeug­nis vom Febru­ar sich nicht ver­schlech­tern soll­ten, eher durch die Haus­auf­ga­ben­be­ar­bei­tung zu Hau­se ‚ver­bes­sern.
    Es lie­gen ziem­lich genau 6 Wochen zwi­schen letz­ter Zeug­nis Ver­ga­be und Lock Down im März.
    Mein Sohn hat sich in 2 Fächern um eine Note ver­schlech­tert, laut jet­zi­gem Zeug­nis. Davon ist eins ein Hauptfach.
    Sol­len jetzt die 6 Wochen als Grund­la­ge zur Ver­schlech­te­rung dienen?
    Wir hat­ten auch zu Hau­se das Pro­blem, das ich wei­ter Voll­zeit gear­bei­tet habe und mein Sohn für min­des­tens 6 Stun­den am Tag allei­ne klar kom­men muß­te, mit 10 Jah­ren. Wir haben es dann irgend­wann geschafft , uns in die­ses Home­schoo­ling-Pro­gramm der Schu­le anzu­mel­den . Haus­auf­ga­ben konn­ten auch nicht alle erle­digt wer­den, da es teil­wei­se The­men gab, die so vor­her im Unter­richt noch nicht bespro­chen waren. Die Kin­der soll­ten am PC oder Lap­top die Infor­ma­tio­nen von ver­schie­de­nen Platt­for­men selbst erarbeiten.
    In dem Prä­senz-Unter­richt, der spä­ter ein­mal die Woche für 3 Stun­den statt­fand, konn­ten dann die gemach­ten Auf­ga­ben und Werk­stü­cke kaum bespro­chen wer­den. Rück­mel­dun­gen oder viel­leicht ein Lob des Klas­sen­leh­rers waren eher sel­ten. Es soll­te nur Unter­richt in den drei Haupt­fä­chern statt fin­den. Es muss­ten immer alle Bücher mit­ge­schleppt wer­den, da vor Coro­na Lock Down die Bücher nach Hau­se geholt wer­den mussten!
    Es war dem Klas­sen­leh­rer nicht möglich,einen Tag vor dem Unterricht,über die Schul­platt­form (Teams) mit­zu­tei­len, wel­cher Unter­richt am nächs­ten Tag nun wirk­lich in wel­chem Fach statt fin­den sollte.
    Als ich dann hör­te, das die Kin­der in einer von die­sen Prä­senz-Unter­richts­stun­den “ganz tol­le Musik,Beats mit dem Mund” mit einem Leh­rer gemacht hat­ten, hat­te ich kaum noch Verständnis.
    Auf Nach­fra­gen ‚wor­aus sich die Beno­tung im Zusam­men­hang mit Haus­auf­ga­ben zusam­men stellt, bekam ich dann die Ant­wort, das zwar kei­ne Beno­tung statt fin­det, es sich aber Posi­tiv im Gan­zen auswirkt!
    Trotz­dem hat­te das Kind ein schlech­te­res Zeugnis.
    Ich bin echt Sauer.
    Wir haben uns zu Hau­se soviel Mühe gege­ben, wenigs­tens in den Haupt­fä­chern einen gro­ßen Teil zu schaffen.
    Des­we­gen möch­te ich nun das Zeug­nis anfechten.
    Man hat­te den Kin­dern gesagt, das sich die Eltern nach den Feri­en bei Unstim­mig­kei­ten beim Zeug­nis mel­den sollten.
    Soll ich das Schrei­ben zur Anfech­tung trotz­dem schon mal auf den Weg brin­gen oder erst noch mal das Gespräch nach den Feri­en suchen?

    • Marcell Heinrich sagt:

      Lie­be Christiane, 

      Ihre Situa­ti­on ähnelt der von vie­len tau­sen­den Haus­hal­ten in Deutsch­land. Das ist mitt­ler­wei­le glück­li­cher­wei­se auch medi­al publik. Zu Ihren Fra­gen — soweit ich Sie rich­tig ver­stan­den habe: nicht erteil­te Noten kön­nen Sie nicht “her­bei­fech­ten”. Sie kön­nen um frei­wil­li­ge Beno­tung zur Ver­bes­se­rung bit­ten. Die Ent­schei­dung liegt beim Leh­rer. Erteil­te Zeug­nis­no­ten kön­nen Sie anfech­ten, wenn sie erteilt wur­den. Auf­grund Ihrer Anfech­tung ist dann das recht­mä­ßi­ge Zustan­de­kom­men der Zeug­nis­no­te aus den Ein­zel­leis­tun­gen im Schul­jahr zu über­prü­fen. Und dort ist dann die Stel­le, an der es für alle Betei­lig­ten hilf­reich sein wird, wenn in der Schü­ler­ak­te bereits durch schrift­li­che Ein­ga­ben sei­tens der Eltern pro­to­kol­liert ist, wel­che Ein­zel­no­ten denn angeb­lich nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Noten­er­tei­lung genü­gen. Durch eine jet­zi­ge Ein­ga­be — zum Bei­spiel anhand des ange­bo­te­nen PDFs im Arti­kel oder ander­wei­tig — bekommt also ihre spä­te­re Zeug­nis­an­fech­tung “Hand und Fuß”. Ein Hin­weis noch: dies ist ledig­lich mei­ne Sicht­wei­se. Ich bin kein Anwalt. Für rechts­si­che­re Bera­tung fra­gen Sie bit­te einen. Gutes Gelin­gen und hal­ten Sie mich gern auf dem Lau­fen­den. Mar­cell Heinrich

  44. winni sagt:

    mein sohn (gym­na­si­um) hat in einem schul­fach in die­sem halb­jahr noch kei­ne note erhalten.im ers­ten halb­jahr ergibt der durch­schnitt in die­sem besag­tem unter­richts­fach eine 4,2 .jetzt hat er “spo­ra­disch” unter­richt und eine klas­sen­ar­beit steht an. laut sei­ner fach­leh­re­rin ist die­se note aus­schlag­ge­bend für ein mög­li­ches “sit­zen­blei­ben”. der stoff für die­se klas­sen­ar­beit wur­de in der lock­down-zeit von den schü­lern selbst erar­bei­tet und nicht als gewöhn­li­chen unter­richts­stoff ver­mit­telt. mei­ne fra­ge nun: was ist,wenn mein sohn die­sen test nicht besteht? soll­te wirk­lich die­se eine beno­tung für das gesam­te halb­jahr aus­rei­chen? er hat kei­ne chan­ce etwa mit müd­li­chen vor­trä­gen ö.ä. die note zu verbessern,weil die unter­richts­zeit fehlt dafür. ich fin­de, eine note ist kei­ne bemessungsgrundlage.

    • Marcell Heinrich sagt:

      Hal­lo Winni, 

      So, wie Sie das beschrei­ben, trifft auf die Situa­ti­on Ihres Soh­nes genau die­ser Arti­kel zu. Im Arti­kel beschrei­be ich, dass solch eine Beno­tung von nicht-unter­rich­te­ten Lern­in­hal­ten nicht die Vor­aus­set­zun­gen zur Beno­tung erfüllt und damit ungül­tig ist. Für recht­li­che Bera­tung fra­gen Sie bit­te einen Anwalt. Der Arti­kel ist ja nun schon eini­ge Wochen alt. Inzwi­schen haben meh­re­re Kul­tus­mi­nis­ter öffent­lich geäu­ßert, dass kein Schü­ler lock­down-bedingt “sit­zen­bleibt”. Daher über­rascht mich das Vor­ge­hen an Ihrer Schu­le. Dan­ke, dass Sie das hier kund­tun. Nur Mut, schüt­zen Sie Ihren Sohn. Alles Gute für die Zukunft.
      Marcell

  45. Robert Tiede sagt:

    Dan­ke.
    Gruß Robert Tiede

  46. JuLe sagt:

    Ich bin sel­ber Leh­re­rin und strei­te mich regel­mä­ßig mit Kol­le­gen weil ich der Mei­nung bin, dass Haus­auf­ga­ben nicht bewert­bar sind. Wo gibt es da recht­li­che Grund­la­gen? Im Ham­bur­ger Schul­ge­setz bleibt es schwam­mig und gera­de Ham­burg gibt jetzt auch in Coro­na Zei­ten durch­gän­gig Noten. Auch bei uns an der Schu­le wird getan, als sei nichts. Über Hin­wei­se zu Para­gra­phen wäre ich dankbar.

    • Marcell Heinrich sagt:

      Lie­be Jule, 

      dan­ke für dei­ne Nach­fra­ge. Bit­te hab Ver­ständ­nis, dass ich nicht recht­lich bera­ten kann und darf. Im Arti­kel ist im Abschnitt “Die recht­li­che Sicht” eine Anwalts­kanz­lei ver­linkt, die sich damit bes­tens aus­kennt und dir kon­kret wei­ter­hel­fen kann. Alles Gute für die Zukunft. Marcell

  47. Gabriele Franze sagt:

    Hal­lo, sie gehen lei­der nicht dar­auf ein, wie es mit der Beno­tung von im Fern­un­ter­richt ver­mit­tel­ten Unter­richts­soff nach der Schul­schlie­ßung sprich Leis­tungs­nach­wei­sen in den kom­men­den Prä­senz­pha­sen steht. Unse­re Leh­rer haben ange­kün­digt nach den Pfingst­fe­ri­en rei­hen­wei­se noch sol­che zu erhe­ben (obwohl unser Kul­tus­mi­nis­ter in Bay­ern fol­gen­des geschei­ben hat:
    ” … umso wich­ti­ger ist es mir, dass wir unse­ren Schü­le­rin­nen und Schü­lern nun eine Pha­se des Ankom­mens ermög­li­chen. Dazu gehört auch, dass bis zum Schul­jah­res­en­de in aller Regel keine
    ver­pflich­ten­den Leis­tungs­nach­wei­se mehr statt­fin­den. Die Noten für das Jah­res­zeug­nis wer­den grund­sätz­lich auf Basis der bis­her erbrach­ten Leis­tungs­nach­wei­se gebil­det. Nur in weni­gen Aus­nah­me­fäl­len kann die Durch­füh­rung von Leis­tungs­nach­wei­sen zur Bil­dung der Jah­res­fort­gangs­no­te noch erfor­der­lich sein.”
    Unse­rer Mei­nung nach haben unse­re Leh­rer vali­de Noten aus dem Zwi­schen­zeug­nis und wir befürch­ten eine Ver­schlech­te­rung fürs Jah­res­zeug­nis, das aus­ge­rech­net das Bewer­bungs­zeug­nis der 9ten Klas­se Real­schu­le ist.
    Kön­nen Sie dazu noch etwas sagen? Danke.

    VG
    Gabrie­le F.

    • Marcell Heinrich sagt:

      Lie­be Gabriele, 

      Der Arti­kel stammt aus der Lock­down-Zeit, ich wer­de ihn bald­mög­lichst aktua­li­sie­ren. In Kür­ze für Sie: die Rechts­la­ge bleibt die glei­che. Auch jetzt, bei teil­wei­sem Unter­richt, sind Zen­su­ren — bis auf die benann­ten Ein­zel­aus­nah­men — nur zeug­nis­re­le­vant, wenn sie im Schul­un­ter­richt erbracht wer­den und die geprüf­ten Leis­tun­gen auch gänz­lich auf erteil­tem Unter­richt beru­hen. Zuhaus­e­ler­nen ist nach wie vor in Deutsch­land KEIN Unter­richt. Zuhau­se erbrach­te Leis­tun­gen sind Haus­auf­ga­ben. Für kon­kre­te Bera­tung wen­den Sie sich bit­te an einen Anwalt. Ich freue mich über die Aus­sa­ge Ihres Kul­tus­mi­nis­ters. Genau­so kann es auch aus mei­ner Sicht gelin­gen. Ich emp­feh­le zudem noch die frei­wil­li­ge Beno­tung, wenn zB. Schü­ler ihre Note in einem Fach gezielt noch ver­bes­sern wol­len. Alles Gute für Sie und Ihr Kind. Mar­cell Heinrich

  48. Svenja aus Reutlingen sagt:

    Gut, dass das mal jemand trans­pa­rent macht. In die­sen Zei­ten neigt man ja dazu, alles, was ange­ord­net wird, ein­fach unge­fragt hin­zu­neh­men. Lan­ger, aber sehr aus­führ­li­cher und fun­dier­ter Arti­kel. Hat mir Wege auf­ge­zeigt und irgend­wie auch Mut gemacht.

  49. Eine Lehrerin sagt:

    Wie­so schrei­ben Sie so etwas? Vie­len Schü­lern von mir tut die Beno­tung gut. Sie wol­len sogar Noten auf ihre Lern­auf­ga­ben bekom­men. Da braucht man doch nicht von Ungül­tig­keit zu spre­chen. Freund­li­che Grüße

    • Annika F. sagt:

      Sehr geehr­te Kollegin,
      so wie ich es ver­ste­he, schreibt Herr Hein­rich das, weil die Beno­tung rechts­wid­rig ist. Über Geset­ze zu auf­zu­klä­ren, ist doch kein Grau­be­reich, in dem es irgend­wel­che päd­ago­gi­sche Frei­heit gäbe. Wir Kön­nen doch nicht ernst­haft wol­len, dass den Schü­lern und Eltern bloß nie­mand die Geset­ze ver­rät. Ich glau­be die Behör­den sind der­zeit selbst etwas über­for­dert. Wir Leh­rer doch auch. Die Tipps in die­sem Arti­kel zei­gen wirk­lich gut, wie wir es gemein­sam auf die Rei­he krie­gen kön­nen mit die­sem merk­wür­di­gen Schul­jahr. Und für Ihre Schü­ler, die sich Noten selbst wün­schen, steht doch der Weg der frei­wil­li­gen Beno­tung offen. Das ver­letzt nie­man­des Rech­te und kei­ner wird dage­gen Beschwer­de ein­le­gen. Vie­le Grü­ße aus der Lausitz

    • Christine Köhler sagt:

      Er hat recht. Wir haben es zu spü­ren bekom­men wie in die­ser Zeit beno­tet wor­den ist und das hat mit der Rea­li­tät nichts mehr zu tun

  50. Bernd sagt:

    Na klar, ohne Noten wür­den die Schü­ler doch zuhau­se nur fau­len­zen oder Com­pu­ter spie­len. Vie­le haben doch gar kei­ne Lust auf die Schul­auf­ga­ben. Noten sind doch hier das ein­zi­ge Druck­mit­tel. Das Leben ist nun­mal kein Pony­hof. Eher Zwang und Pflicht. So wird es im Job spä­ter aus­se­hen. Damit sie dort über­haupt eine Chan­ce haben, müs­sen sie nun­mal durch Noten den Zwang ein­üben. Zuhau­se beim Home­Schoo­ling darf man da jetzt über­haupt kei­ne Luft ran­las­sen. Mei­ne Meinung!

    • A. Schubert sagt:

      Hal­lo Bernd,
      das Bild vom Men­schen und vom Arbei­ten, das Sie hier zeich­nen, hat in frü­he­ren Zei­ten gestimmt, ist aber inzwi­schen ver­al­tet. Mit dem Ler­nen und dem spä­te­ren Berufs­le­ben unse­rer heu­ti­gen Schü­ler hat das nur noch wenig zu tun. Vor allem Eigen­an­trieb und Wol­len zählt heu­te. Und mor­gen erst recht. Das ist es, was die Schü­ler jetzt zuhau­se ein­üben müss­ten. Hoch­ach­tungs­voll. Schubert

    • Anita Hüning sagt:

      Lie­ber Bernd, ich bin auch Päd­ago­gin und habe eine Toch­ter.. Ihr fällt es sehr schwer Haus­auf­ga­ben selbst­stän­dig zu erle­di­gen! Sie hat eine Recht­schreib­schwä­che. Ich muss arbei­ten gehen, sie muss zu Hau­se blei­ben, weil ihr Papa mehr­fa­cher Risi­ko­grup­pe ist. Er kann sie nicht unter­stüt­zen. Kön­nen sie sich vor­stel­len, was das für uns als Fami­lie bedeu­tet? Haben Sie Kin­der? Viel­leicht erst nach­den­ken, bevor man so einen Arti­kel verfasst.…

    • Margit Schadt sagt:

      Sehr geehr­ter Herr Lehrer,
      dann soll­ten Sie auch Iren Teil der Arbeit zu 100% per Video­kon­fe­renz erfüllen..
      In Fran­zö­si­schen Schu­len muss­ten alle Leh­rer und Schü­ler den kom­plet­ten Unterricht
      Online absolvieren !
      An unse­rer Schu­le war das nicht der Fall . Eine Video­kon­fe­renz und ein paar Haus­auf­ga­ben pro Woche in Hauptfächern..
      Man­che Leh­rer haben noch nicht mal dass hin­be­kom­men. Was sol­len Schü­ler von solch unmo­ti­vier­ten Leh­rern halten?

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